TRAUMBERUF: KZ-AUFSEHERIN

GRIESKIRCHEN. Als die 25 jĂ€hrige gebĂŒrtige Grieskirchnerin Margarete Freinberger das Arbeitsamt verlĂ€sst, hĂ€lt sie eine Dienstzuweisung und eine Bahnfahrkarte in ihren HĂ€nden. Gemeinsam mit Elfriede Miningsdorfer und Elisabeth Breitenberger, die beide ebenfalls in Grieskirchen wohnhaft sind, wird sie bereits am nĂ€chsten Tag im Zug nach RavenbrĂŒck sitzen, einem kleinen Ort etwa 90 km nördlich von Berlin. Dort werden sie sich in einem vierwöchigen Praxislehrgang fĂŒr ihren neuen Job ausbilden lassen: als Aufseherinnen in einem Konzentrationslager.

Das GlĂŒck ist Margarete Freinberger, von allen nur „Gretl“ genannt, noch nie hold gewesen, weder im Leben, noch in der Liebe. Da der Krieg nun schon ins fĂŒnfte Jahr geht, fĂ€llt es der gelernten Schneiderin schwer, genug zu verdienen, um davon ihre Existenz bestreiten zu können. So wohnt sie, obwohl sie mit 25 Jahren schon lĂ€ngst im heiratsfĂ€higen Alter ist, noch immer in einer kleinen Kammer im Haus ihrer Eltern in Grieskirchen.

In ihren HĂ€nden hĂ€lt sie die Bewerbungsunterlagen fĂŒr ihren neuen Job als SS-Lageraufseherin, die ihr das Arbeitsamt in die Hand gedrĂŒckt hat. Von einer „einfachen TĂ€tigkeit, welche keine beruflichen Kenntnisse erfordert“, ist darin die Rede. Ihre Aufgabe sei „die Beaufsichtigung von Frauen, welche irgendwelche VerstĂ¶ĂŸe gegen die Volksgemeinschaft begangen haben und nun, um weiteren Schaden zu verhindern, isoliert werden mĂŒssen.“ Immer und wieder wieder ĂŒberfliegt sie diesen Absatz: „Als Reichsangestellte werden sie nach der Tarifordnung fĂŒr Angestellte besoldet. Es gilt eine Probedienstzeit von 3 Monaten bei einem Verdienst von brutto 185,65 RM zuzĂŒglich 35 RM ÜberstundenvergĂŒtung. Sie erhalten ferner im Lager Gemeinschaftsverpflegung, Dienstbekleidung sowie teilweise UnterwĂ€sche. Zur Unterbringung stehen HĂ€user mit Dienstwohnungen zur VerfĂŒgung, die gut eingerichtet sind.“

Gretl kann es nicht glauben. Sollte sich ihr GlĂŒck endlich gewendet haben? Ihr Anfangsgehalt betrĂ€gt das Dreifache des Verdienstes einer Fabriksarbeiterin. Die freundliche Frau am Arbeitsamt hatte ihr versichert, dass sie nicht nur dem Deutschen Reich einen wertvollen Dienst erweisen wĂŒrde, sondern darĂŒber hinaus die Möglichkeit habe, bei entsprechender Eignung, bis zur Position einer Oberaufseherin aufzusteigen.

Nun darf sie endlich wieder trĂ€umen und sie trĂ€umt, der Enge ihres Elternhauses in Grieskirchen zu entfliehen, vielleicht nach MĂŒnchen oder gar in die Reichshauptstadt Berlin. Sie trĂ€umt von einem strammen deutschen Mann, der sich unsterblich in sie verliebt, vielleicht ein SS-Aufseher oder gar der Lagerkommandant. Was weiß, was die Zukunft ihr bringen wird!

EINE FRÖHLICHE FAHRT INS KZ

Sie trĂ€umt noch, als sie am nĂ€chsten Tag in den Zug steigt, in dem sie auf eine Gruppe von etwa 25 jungen Frauen und MĂ€dchen trifft, welche sich, teils freiwillig, teils per Dienstzuweisung, im KL Mauthausen vorgestellt hatten und nun von dort aus, in das SS-Ausbildungslager RavensbrĂŒck unterwegs waren. Sie freundet sich mit zwei Frauen aus Grieskirchen an.

Eigentlich stammt die 30-jĂ€hrige Elfriede Miningsdorfer aus Radkersburg, doch ist es in Grieskirchen, wo sie eine Anstellung als Schreibkraft im BuchfĂŒhrungswesen fand. Bald wurde ihr jedoch nahegelegt, sich wegen kriegsbedingter Einsparungen, nach einer neuen TĂ€tigkeit umzusehen. Sie hat Angst, sucht nach Sicherheit in unsicheren Zeiten. Als ihr die freundliche Frau vom Arbeitsamt erklĂ€rt, dass sie als SS-Aufseherin eine Reichsangestellte mit festem ArbeitsverhĂ€ltnis und Pensionsanspruch gelte, ist sie ĂŒberzeugt. Sie ist sie erleichtert, eine gesicherte Anstellung gefunden zu haben.

Die Dritte im Bunde ist Elisabeth Breitenberger, geboren unter dem wohlklingenden Namen SchwĂ€mmlein. Mit 37 Jahren ist sie die Ă€lteste der drei Frauen und stammt aus dem Altreich, aus NĂŒrnberg. Die Liebe brachte sie nach Grieskirchen, wo sie ihren Hubert heirate. Von Beruf ist sie Kontoristin, hat 8 Klassen Volksschule und 3 Jahre lang eine kaufmĂ€nnische Fortbildungsschule absolviert, doch nun ist es schwer fĂŒr sie auch nur irgendeine Arbeit zu bekommen.

Eigentlich werden jĂŒngere, ledige und kinderlose Frauen als Lageraufseherinnen bevorzugt, doch seitdem auch weibliche KZ-HĂ€ftlinge zur Arbeit in den RĂŒstungsbetrieben gezwungen werden, um Hitler doch noch zu seinem Endsieg zu verhelfen, besteht dringender Bedarf an weiblichem Bewachungspersonal. Trotzdem erfĂŒllt Elisabeth alle Voraussetzungen: Sie ist unbestraft, körperlich gesund und kann ein polizeiliches FĂŒhrungszeugnis, Lebenslauf mit Lichtbild, sowie ein Ă€rztliches Gesundheitszeugnis vorlegen. Sie hat auch kein Problem damit, ein schriftliches Bekenntnis zum Deutschen Reich abzugeben. FĂŒr sie ist der Job als Aufseherin in einem Konzentrationslager, eine Arbeit, wie jede andere. Ausserdem benötigt die Werksleitung der Lenzinger Zellwolle AG dringend Bewacherinnen fĂŒr ihr neu eingerichtetes Arbeitslager. Da Lenzing gerade einmal 50 Kilometer von Grieskirchen entfernt ist, kann sie an den Wochenenden nach Hause fahren, zu ihrem geliebten Hubert.

Die Gruppe der jungen Frauen kommt nach einer langen Zugfahrt am Bahnhof des ehemaligen Mecklenburger Luftkurorts FĂŒrstenberg an und spaziert am malerischen Schwedtsee entlang nach RavensbrĂŒck, an dessen Ufer das grĂ¶ĂŸte Frauenkonzentrationslager des Deutschen Reichs und ihr Ausbildungsplatz fĂŒr die kommenden vier Wochen liegt.

DAS ENDE DER TRÄUME

Aufgeregt und voller Erwartungen finden sich am nĂ€chsten Morgen die jungen Frauen vor der Kommandantur ein und beginnen ihre Ausbildung zu SS-Aufseherinnen mit einer FĂŒhrung durch das KZ. Sie schreiten durch die Pforte fĂŒr das Wachpersonal und betreten zum ersten Mal den HĂ€ftlingsbereich eines Konzentrationslagers.

Von einer Sekunde auf die andere, zerfallen ihre TrĂ€ume zu Staub. Staub, wie Asche aus den Krematorien, der alles bedeckt. Staub, den der kalte Herbstwind vom Appellplatz aufwirbelt und in die, von Schmerz und Angst gezeichneten Gesichter von tausenden, zu Skeletten abgemagerten, ausgezehrten Körpern treibt, die in die zerfetzten Lumpen ihrer StrĂ€flingskleidung gehĂŒllt, zitternd vor KĂ€lte und SchwĂ€che, in Reih und Glied, zum ZĂ€hlappell angetreten sind. Grimmig blickende Aufseherinnen, mit Schlagstöcken in ihren HĂ€nden und Hunden an ihrer Seite, kontrollieren dass Ordnung gehalten wird. FĂ€llt nach teilweise stundenlangem Strammstehen ein weiblicher HĂ€ftling um, dann hetzen sie ihre Hunde darauf, die sich immer und immer wieder, in den leblosen Frauenkörper verbeißen.

Die Gruppe der Auszubildenden ist schockiert ĂŒber die unhygienischen Bedingungen, wie sie im Lager herrschen. Die einfachen Holzbaracken quellen ĂŒber mit zehntausenden HĂ€ftlingen, in den Krankenblöcken siechen und sterben, völlig sich selbst ĂŒberlassen, hunderte an Typhus, Diphtherie, Tuberkulose, KrĂ€tze, Fleckfieber, UnterernĂ€hrung oder Auszehrung. Gerade erst wurde zwischen den Baracken ein etwa 50 Meter großes Zelt aufgestellt, in dem 4.000 Frauen zusammengepfercht auf einem Ziegelfußboden kauern, denn von Hinsetzen oder Liegen, kann keine Rede sein. Sie sterben wie die Fliegen, tĂ€glich zu Dutzenden. Frauen, die ihre menschliche Gestalt verloren und zu in Lumpen gehĂŒllten, barfĂŒĂŸigen Phantomen geworden waren.

Die jungen Frauen werden am Krematorium mit seinen zwei Schloten vorbeigefĂŒhrt, das gerade erweitert wird, um Berge von aufgestapelten Leichen in Asche zu verwandeln, Asche, die einfach in den malerischen Schwendtsee gekippt wird. Der Geruch von verbranntem Menschenfleisch, von Krankheit, Seuchen und Tod durchzieht das gesamte Lager. Elisabeth kĂ€mpft mit den TrĂ€nen, als sie die Todesfurcht und Verzweiflung sieht, die sich in den Augen der Frauen und Kinder spiegelt, an denen sie wortlos vorĂŒberschreitet. AngsterfĂŒllte, bangende Augen, die sie fragen, wie lange es dauern wird, bis aus den jungen Buchhalterinnen, feschen Schneiderinnen, fleißigen Putzfrauen und karriereorientierten SekretĂ€rinnen, brutale SS-Aufseherinnen werden, Herrinnen ĂŒber ihr Leben und ihren Tod.

FrĂŒher, bevor die Nazis unter dem begeisterten Jubel der Massen, auch in Österreich, die Macht an sich reißen und der großdeutsche Massenwahnsinn alles und jeden erfasst, da glaubte Elfriede noch an Gott. Danach glaubt sie an Adolf Hitler und sein TausendjĂ€hriges Reich. Selbst als der Krieg ĂŒber das Land kommt und Bomben vom Himmel regnen, zweifelt sie nicht am Endsieg des deutschen Volkes. Sie ist stolz darauf gewesen, als SS-Aufseherin, eine Angestellte des Deutschen Reichs zu werden, bis— ja bis, sie mit ihren eigenen Augen sieht, zu welchen unbeschreiblichen GrĂ€ueltaten die nationalsozialistische Vernichtungsmachinerie fĂ€hig ist. Nun gehört sie zum SS-Gefolge, nun ist sei Teil eines völkermordenden, barbarischen Systems. „Eine einfache BewachungstĂ€tigkeit ohne besondere Kenntnisse und mit Pensionsanspruch“, hatte man ihr versprochen. Nun liegt es an Elfriede zu entscheiden, ob sie morgen bei der Kommandantur ihr KĂŒndigungsschreiben einreichen und zurĂŒck nach Grieskirchen fahren wird.

Gretl hat aus ihrer Begeisterung fĂŒr das Deutsche Reich nie ein Geheimnis gemacht. Zwar ist sie weder Mitglied der NSDA, aber war ein begeistertes und sehr engagiertes Mitglied im BDM. Als am 12. MĂ€rz 1938, deutsche Soldaten die Grenze zu Österreich ĂŒberschreiten, steht sie in der ersten Reihe am Grieskirchner Stadtplatz und jubelt den Befreiern zu. Margarete will nicht lĂ€nger nur die „Schneider Gretl“ sein, sie will frei sein, sich aus der MittelmĂ€ĂŸigkeit und Unbedeutendheit ihres Kleinstadt-Daseins befreien und Teilhaben an der großen deutschen Idee, die die Welt verĂ€ndern soll. Im Ausbildungskurs hört sie das erste Mal von der Weltverschwörung der Juden gegen das deutsche Volk. Persönlich hat sie nichts gegen Juden, sie kennt ja auch keinen, denn in Grieskirchen, da gibt es keine Juden, zumindest keinen, dem sie jemals begegnet war.

Die auf Hochglanz polierten Stiefel verleihen ihrer feldgrauen Uniform ein elitĂ€res Aussehen, das KĂ€ppi in Schiffchenform sitzt schmissig auf ihrem geföhnten Haar, ein unter den Arm geklemmter Ochsenziemer dient als Schlagstock und Ă€ußeres Zeichen ihrer uneingeschrĂ€nkten AutoritĂ€t. Gemessenen Schrittes stolziert sie die Lagerstraße entlang. Aus den Augenwinkeln beobachtet sie die HĂ€ftlinge. AngsterfĂŒllt, erstarrt, senken sie respektvoll ihren Blick. In diesem Moment weiß Margarete Freinberger, dass sie nicht lĂ€nger die Schneider Gretl aus Grieskirchen ist, sondern sich, aus eigener Kraft und durch eisernen Willen und Disziplin, aus der Durchschnittlichkeit, der ihr so verhassten, anonymen Masse, erhoben hat und zu jemandem wurde, den man strammgestanden als „Frau Aufseherin“ zu grĂŒĂŸen hatte.

Die Tage der Ausbildung in RavensbrĂŒck vergehen rasch. Im kurzen EinfĂŒhrungslehrgang werden die weltanschaulichen und nationalpolitischen Ansichten der Frauen mit den Vorgaben des NAZI Systems abgestimmt. Im Fach „Dienstkunde“ wird ihnen das organisatorische und theoretische Wissen der Lageraufsicht vermittelt. In PraxisĂŒbungen, die unter dem gestrengen Auge der vorgesetzten Ausbildnerinnen stattfinden, wird festgestellt, wer von den Kursteilnehmern die nötige Eignung, Disziplin, HĂ€rte und die FĂ€higkeit erbringt, selbst in Situationen höchster psychischer Belastung, sich vollkommen emotionslos zu verhalten. Gegen Ende ihres vierwöchigen Ausbildungskurses werden die jungen Frauen einer besonderen EignungsĂŒberprĂŒfung unterzogen.

WĂ€hrend des Appells werden einige HĂ€ftlingsfrauen willkĂŒrlich aus der Masse herausgepickt und mĂŒssen vortreten. Die Ausbildnerin wendet sich der Gruppe der jungen Auszubildenden zu und erklĂ€rt ihnen ihre Aufgabe: Jede von ihnen soll sich eines der „SchmuckstĂŒcke“, wie die ausgehungerten, verschmutzen und zum Skelett abgemagerten weiblichen HĂ€ftlinge im Lagerjargon genannt werden, aussuchen und sie mit der Peitsche schlagen.

Zögern paart sich mit blankem Schrecken in den Augen der jungen Frauen, von denen die meisten gehofft hatten, durch die vier Wochen ihrer Ausbildungszeit zu kommen, ohne dieselbe BrutalitĂ€t, die sie tĂ€glich an den Aufseherinnen in RavenbrĂŒck sehen, selbst ausĂŒben zu mĂŒssen.

Wortlos tritt Margarete vor. Wortlos nimmt sie die hingehaltene Peitsche. Ihr Blick ist starr nach vorne gerichtet. Nicht lĂ€nger sieht sie das fĂŒnfzehnjĂ€hrige jĂŒdische MĂ€del, welches vor ihr wie Espenlaub zittert, als ein menschliches Wesen, als ein MĂ€dchen, welches einmal einen Namen hatte, eine Familie und Eltern, die es liebten. Ein verschmutztes, von LĂ€usen durchsetztes, stinkendes und krankes, in zerfetzten Lumpen gehĂŒlltes BĂŒndel hebt ihre knochendĂŒrren Arme, mit der eintĂ€towierten HĂ€ftlingsnummer, das letzte verbliebene Zeugnis ihrer Existenz, vor das Gesicht. Aufseherin Freinberger schlĂ€gt zu. Die Peitsche zerreißt die dĂŒnne Haut des vor Scherzen brĂŒllenden MĂ€dchens. Immer und immer wieder schlĂ€gt sie zu, bis sich das magere Fleisch von den Knochen löst und das Blut den Staub des Lagerbodens dunkelrot trĂ€nkt. Jeder Schlag ist ein Schlag der Befreiung fĂŒr Margarete. Jeder Schlag bringt mit sich den prickelnden Rausch grenzenloser Macht, Macht an der sie immer mehr Gefallen findet.*

EINE FRACHT JUNGER FRAUEN

Ein Vertreter der Lenzinger Werksleitung wartet auf dem Bahnsteig auf die Ankunft des Zuges, welcher die, von Dr. Ing. SS-BrigadefĂŒhrer, Staatsrat und Leutnant d.R. a.D, Walther Schieber, in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Zellwolle AG Lenzing, bestellten Arbeiterinnen, liefern soll. Der titelsĂŒchtige MultifunktionĂ€r und Mitarbeiter im Speer Ministerium musste seine Kontakte spielen lassen, um diese Fracht direkt aus dem Konzentrationslager Auschwitz geliefert zu bekommen. JĂŒdinnen, hauptsĂ€chlich aus Osteuropa, die er fĂŒr die gesundheitsschĂ€dliche Viskose-Herstellung benutzen will. Vier Reichsmark muss er dem KZ Mauthausen pro Kopf und Tag dafĂŒr bezahlen.

Drei Tage und drei NĂ€chte lang war der Zug vom Durchgangslager Auschwitz II unterwegs, als er am 30. Oktober 1944 in Lenzing-Pettighofen eintrifft. Seine Fracht: fĂŒnfhundert junge Frauen und MĂ€dchen, eingepfercht auf engstem Raum in fensterlose, dunkle Viehwaggons, ohne Nahrung, alleingelassen mit der Ungewissheit ihres weiteren Schicksals. Dr. Josef Mengele ließ es sich nicht nehmen, höchstpersönlich, arbeitsfĂ€higes Menschenmaterial in der Form von jungen Frauen, die Walther Schieber fĂŒr sein Lenzinger Werk bestellt hatte, aus der Masse der HĂ€ftlinge herauszupicken und sie von ihren Kindern, MĂŒttern und VĂ€tern zu trennen, die er mit nur einer Handbewegung in die Gaskammer schickt.

Als die letzte der vollkommen erschöpften und von Hunger entkrĂ€fteten Frauen aus den Waggons steigt, bemerkt der Vertreter der Werksleitung, dass die Frauen völlig ohne irgendein GepĂ€ck angekommen waren. „Ich brauche Frauen als Arbeiterinnen fĂŒr die Fabrik und habe keine Möglichkeit sie mit der nötigen Kleidung und Material zu versorgen“, beschwert er sich beim TransportfĂŒhrer. „Ich will diesen Transport nicht annehmen!“ Zu der Erleichterung der 500 Frauen, die fĂŒrchten, wieder in ein Konzentrationslager zurĂŒckgeschickt zu werden und erst recht in die Gaskammer zu kommen, lehnt der TransportfĂŒhrer seine Forderung ab. „Meine Aufgabe ist es, die Frauen nach Lenzing zu bringen, und alles andere geht mich nichts an
“, gibt er ihm als Antwort zurĂŒck.

OBERAUFSEHERIN FREINBERGER

Margarete Freinberger beginnt als „Frau Oberaufseherin Freinberger“ im neu errichteten KZ-Aussenlager Lenzing-Pettighofen ihr gestrenges Kommando. Das Deutsche Reich weiß ihren Einsatz zu schĂ€tzen und zeigte sich erkenntlich: Sie hat gezeigt, dass sie als ein perfektes RĂ€dchen im System der Macht und Manipulation funktioniert. Sie wird Herrin ĂŒber 577 weibliche HĂ€ftlinge des Mauthausen Außenlagers Lenzing-Pettighofen und Befehlserteilerin fĂŒr 40 Aufseherinnen unter ihrem Kommando.

Macht durch Disziplin

Disziplin durch HĂ€rte

HĂ€rte durch Kontrolle

Deutsche Ordnung im Deutschen Reich

Tagwache ist um 4 Uhr frĂŒh, manchmal auch eine Stunde frĂŒher. Waschen, Anziehen und FrĂŒhstĂŒck. Kaffee und ein StĂŒck trockenes Brot. Antreten in Reih und Glied zum ZĂ€hlappell. 5 Uhr Abmarsch der HĂ€ftlinge zum Zellstoffwerk. Ordentlich in FĂŒnferreihen in einem geschlossenen Zug. Zwei Kilometer, bei Eis und Schnee, in Holzschuhen ohne Socken. Macht durch Disziplin.

Sie allein teilt den HĂ€ftlingen ihre Arbeit zu: Betrieb rund um die Uhr, zu drei Schichten, fĂŒr zwölf Frauen in der Viskose-Abteilung. Die AusdĂŒnstungen, der in SĂ€ure getrĂ€nkten Zellulose, legt sich auf die Lungen und zerstört das Augenlicht. Gesichts- und Mundschutz, selbst Milch zur Entgiftung nach dem Einatmen der gefĂ€hrlichen DĂ€mpfe: FĂŒr JĂŒdinnen, verwehrt. Disziplin durch HĂ€rte.

Strengste Bewachung fĂŒr weibliche Tagesaußenkommandos durch SS-MĂ€nner und bewaffnete Aufseherinnen mit Hunden. Menschenmaterial wird fĂŒr Schwerstarbeit beim Bunker- und Straßenbau, Ausheben von PanzergrĂ€ben, Schnee schaufeln und Erdarbeiten eingesetzt. HĂ€rte durch Kontrolle.

Wer sich ihren Befehlen nicht bedingungslos unterwirft, fĂŒr den setzt sie das Strafmaß fest. Essensentzug und Straf-stehen. Bei Fluchtversuch: SchlĂ€ge und tagelang gefesselt in Einzelhaft. In der Mitte des Kopfes wird eine Bahn ausrasiert, um Frauen, die es gewagt hatten, ihrem Reich zu entfliehen, zu kennzeichnen und demĂŒtigen. Obwohl das Schlagen der HĂ€ftlinge laut Betriebsordnung keine erlaubte Strafe war, wird es immer wieder angewandt. FĂŒr die kleinsten Vergehen oder manchmal einfach auch aus der Laune einer Aufseherin heraus.

DIE VERBRECHEN DER SCHÖNEN FRAUEN

Aufseherin Stephanie ist jung und hĂŒbsch. So jung, dass sie eine Enkelin der alten Frau sein könnte, die krank auf ihrer Pritsche liegt und in einem Gebetsbuch liest, welches sie wĂ€hrend eines Arbeitskommandos beim RĂ€umen von Eisenbahnwaggons gefunden hatte. Sie betritt ĂŒberraschend den Schlafraum, nimmt der alten Frau das Buch aus den HĂ€nden und schlĂ€gt zu. Immer wieder, bis Ohnmacht die alte Frau erlöst. Hungrig beobachtet eine polnische Gefangene, wie eine Aufseherin einen Apfel isst und das KerngehĂ€use achtlos auf den Boden wirft. Sie wagt es, sich zu bĂŒcken und ihn aufzuheben, um ihn zu essen. Der Schlagstock streckt die ausgehungerte Frau nieder, so grausam und brutal, dass diese die Aufseherin bittet, sie zu töten.

Stefania Fabrykant, geborene Kluger, steht vor der Gaskammer des KZ Auschwitz-Birkenau und umklammert ihr Kleinkind. Ein grauenvoller Erstickungstod wird sie in wenigen Minuten eliminieren. Die von den NAZIS beschlossene Endlösung der Judenfrage. Doch das Schicksal lĂ€sst es nicht zu. Noch nicht. Jetzt noch nicht. Ein SS-Mann reißt ihr das Kind aus dem Arm, schleudert es in die Menge der Todgeweihten und zerrt Stefania weg. Sie schreit, sie fleht, verliert ihren Verstand.

Wochen spĂ€ter steht sie vor Oberaufseherin Freinberger, LagerfĂŒhrer Gieseler und einem OberscharfĂŒhrer. Sie wird beschuldigt, einen Akt der Sabotage begangen zu haben und von einer Ă€lteren Aufseherin in eine kleine Zelle abgefĂŒhrt. Nach einer grausamen Misshandlung durch PrĂŒgel, hört sie nichts mehr. Drei Arbeitsschichten muss sie stehend in der Zelle verbringen, ohne Essen, ohne Wasser. Als sie ins Lager zurĂŒckgefĂŒhrt wird, versucht sie zu fliehen, denn sie weiß, dass man sie nach Mauthausen schicken wird, wo der sichere Tod auf sie wartet. Wie ein StĂŒck Wild wird sie von den Begleitmannschaften und ihren Hunden gejagt, eingefangen und drei Tage lang, ohne Nahrung oder Wasser, mit auf dem RĂŒcken gebundenen HĂ€nden und gefesselten FĂŒĂŸen, in einen Raum fĂŒr SchmutzwĂ€sche gesperrt. StĂ€ndig prasseln SchlĂ€ge auf sie ein. Ihre Haare werden kahl geschoren, denn sie hatte es gewagt, sich der totalen Kontrolle der Oberaufseherin zu widersetzen. Als Saboteurin und Verbrecherin wird sie nach Mauthausen abgeschoben.

Auch Elisabeth und Elfriede haben den Ausbildungskurs erfolgreich abgeschlossen. Auch sie kommen ins Lager Lenzing, wo sie als einfache Aufseherinnen ihren Dienst versehen.

Aufseherin Breitenberger fĂŒhrt jeden Tag eine Gruppe zur Arbeit und hat sie zu beaufsichtigen. FĂŒr sie, eine Arbeit, wie jede andere. „Von Misshandlungen habe sie nichts gesehen“, wird sie spĂ€ter zu Protokoll geben, außerdem sei „Das Essen fĂŒr alle sehr schlecht gewesen.“

Elfriede Miningsdorfer ist nicht lĂ€nger stolz darauf, eine Angestellte des deutschen Reichs mit gutem Lohn und Pensionsanspruch zu sein. Ihr Glaube an den Endsieg des FĂŒhrers hat sich mit dem schwarzen Rauch der brennenden Toten verflĂŒchtigt. Gott ist tot, denn was muss das fĂŒr ein Gott sein, der untĂ€tig zuschaut, was Menschen einander antun. Sie hĂ€lt das alles nicht mehr aus. Sie will nur mehr nach Hause.

DAS TOTENBUCH VON MAUTHAUSEN

Das Totenbuch von Mauthausen verzeichnet neun TodesfĂ€lle fĂŒr das Außenlager Lenzing. Vier HĂ€ftlinge verstarben im Krankenrevier, wo die Versorgung mit Arzneien sehr dĂŒrftig war. Als Todesursachen werden Tuberkulose, Darmverschluss und Kreislaufversagen vermerkt, was in der ĂŒblichen Diktion der Lageraufzeichnungen, auf Ermordung schließen lassen könnte. Was von den Todesursachen zu halten ist, ist nicht generalisierbar – ĂŒbermĂ€ĂŸig glaubwĂŒrdig sind sie allen Erfahrungen der Historiker zufolge nicht.

Zutreffend jedoch ist die Todesursache fĂŒr 5 Ungarinnen, welche am 11. JĂ€nner 1945, durch einen Eisenbahnunfall ums Leben kamen, der, wenn schon nicht auf Absicht, so doch auf grobe FahrlĂ€ssigkeit des Bewachungspersonals zurĂŒckzufĂŒhren ist. Bei dichtem Nebel und Schneetreiben hetzt die SS-Wachmannschaft eine Gruppe von Frauen der SchneerĂ€umtruppe vor dem bereits hörbar herannahenden Zug ĂŒber die Bahngleise. „Los, los, anschließen!“. Der Zug rast in die Marschkolonne. Die erste FĂŒnferreihe wird ĂŒberfahren. Vier Frauen sind auf der Stelle tot, eine weitere erliegt ein paar Tage spĂ€ter im Lager ihren schweren Verletzungen. Weder die Oberaufseherin, die LagerfĂŒhrung noch die Werksleitung der Zellwolle Lenzing AG sind an einer KlĂ€rung der Unfallursache oder der Schuldfrage interessiert.

DIE BEFREIUNG UND EIN BÜGELEISEN

FĂŒr Aufseherin Elfriede Miningsdorfer kommt ihre Befreiung vom Konzentrationslager bereits im Februar 1945, als sie es nicht lĂ€nger ertragen kann und bei Oberaufseherin durchsetzt, dass sie wegen Krankheit in hĂ€usliche Pflege entlassen wird. Am 13. April wird auch Aufseherin Breitenberger davon verstĂ€ndigt, dass sie Ende April entlassen werde. „Warum, das wisse nicht.“ Schon am 28. April kehrt sie nach Grieskirchen zurĂŒck. Am 1. Mai melden sich der Rest der Aufseherinnen ab und werden vom Werk entlassen. Mit ihnen verlassen auch die SS-Posten das Lager Lenzing-Pettighofen.

Die Amerikaner sind schon so nah, doch ob sie ihre Befreiung noch erleben werden, dass wissen 562 verĂ€ngstigte Frauen nicht. Im Lager hat sich inzwischen das GerĂŒcht verbreitet, dass das Essen oder der Kaffee vergiftet und die ausgehobenen GrĂ€ben ihr eigenes Grab sind. Aus Angst essen einige Frauen tagelang nichts.

Oberaufseherin Margarete Freinberger betritt die Halle des Lagers und befiehlt in demselben eisigen Ton, in dem sie in den letzten sechs Monaten ihre Befehle erlassen hat, ein letztes Antreten zum Appell. In kurzen Worten informiert sie die HĂ€ftlinge, dass ihre Aufgabe nun beendet sei. Daraufhin verlĂ€sst sie das Lager mit dem Fahrrad, das mit ein bisschen GepĂ€ck beladen ist. Auch ihr BĂŒgeleisen vergisst sie nicht mitzunehmen. Die HĂ€ftlinge lĂ€sst sie auf sich selbst ĂŒberlassen im Lager eingesperrt zurĂŒck.

Am 5. Mai 1945 öffnen die Amerikaner das Tor in die langersehnte Freiheit fĂŒr hunderte weiblicher HĂ€ftlinge des Lagers in Lenzing. Von den Soldaten erhalten sie deren amerikanische K-Rationen, ihre erste richtige Mahlzeit seit langer Zeit. Sie haben ĂŒberlebt.

GERICHT UND GERECHTIGKEIT

Keine sechs Wochen dauert nach dem Ende des Krieges die Freiheit  fĂŒr Oberaufseherin Margarete Freinberger. Sie wird am 18. Juni 1945 vom CIC verhaftet, ist zuerst im Aufnahmelager Mauerkirchen interniert, dann im Bezirksgericht Grieskirchen eingesperrt, hernach in den Lagern Golling und Glasenbach, wird in Dachau beim Dachau-Prozess verhört, kommt nach Ludwigsburg, wieder zurĂŒck nach Dachau und landet schließlich im Lager Glasenbach, wo sie auf ihre ehemaligen Arbeitskolleginnen trifft. Elfriede schafft es sich bis zum 30. August 1946 zu verstecken und ist bis zum 19. September im Bezirksgericht Grieskirchen in Haft bevor auch sie nach Glasenbach ĂŒberstellt wird.

Nur gegen wenige der etwa 40 KZ-Aufseherinnen des KZ-Außenlager Lenzing-Pettighofen wird vor dem Volksgericht in Linz ein Verfahren eingeleitet.

Aufseherin Elisabeth Maria Kaiser aus Pregarten, in der NĂ€he von Linz, wird in einem anonymen, der Polizei zugegangenen Schreiben, als eine primitive und vorlaute Person, als ein richtiges „Mannweib“ bezeichnet, welches den NS-Idealen noch immer nicht abgeschworen habe und noch 100 % Nationalsozialistin sei. Im Prozess wird ihr vorgeworfen, den Arbeiterinnen keine Pausen gestattet zu haben.

Elisabeth Breitenberger aus Grieskirchen gibt wĂ€hrend ihres Verfahrens an, sie habe jeden Tag eine Gruppe von HĂ€ftlingen zur Arbeit zu fĂŒhren und zu beaufsichtigen gehabt. FĂŒr die Aufsicht im Lager selbst seien wieder andere zustĂ€ndig gewesen. Von Misshandlungen habe sie nichts gesehen.

Sechs Zeuginnen belasten die Aufseherin Hermine K, die sie geohrfeigt haben soll. Aufseherinnen Ursula Abeling aus Berlin und die gerade einmal 21 Jahre alte Maria KĂŒnick, geborene Habinger, aus St. Georgen im Attergau, haben beide in der Verwaltung der Zellwolle Lenzing AG gearbeitet, bevor sie Aufseherinnen im werkseigenen Konzentrationslager wurden. Mehrere Zeuginnen belasten Maria KĂŒnick schwer, nennen sie eine „Bestie“ und machen sie fĂŒr das EisenbahnunglĂŒck, bei dem fĂŒnf ihrer Leidensgenossen starben, verantwortlich. Sie alle stimmen ĂŒberein, dass sie eine der Ă€rgsten Peinigerinnen gewesen sei und berichten von Schimpfworten, EssenskĂŒrzungen, Bedrohungen mit dem Revolver und vereinzelt auch SchlĂ€gen.

Auch gegen die Oberaufseherin, Margarete „Gretl“ Freinberger aus Grieskirchen wird nach zwei Jahren Haft im Lager Glasenbach, ein Volksgerichtsverfahren eröffnet. Gretl taucht wieder in der AnonymitĂ€t der Masse unter. Sie lebt wieder als Schneiderin in Grieskirchen und zieht spĂ€ter nach Salzburg. Sie ist sich keiner Schuld bewusst.

Sie wollte ja nur funktionieren, nur Teil eines Systems sein, dass so viel versprach und bald darauf in TrĂŒmmern lag.

Das Verfahren gegen Margarete Freinberger wird mit Beschluss vom 14.7.1947 eingestellt und sie wird aus der Haft entlassen. Gretl taucht in der AnonymitÀt der Masse unter. Ihre Spur verliert sich.

SĂ€mtliche Verfahren gegen die Aufseherinnen des KZ-Außenlager Lenzing werden eingestellt. Gegen keine der SS-Aufseherinnen des KZ-Mauthausen und seiner Außenlager wurde eine gerichtliche Anklage erhoben.

Eine von den HĂ€ftlingsfrauen verlangte EntschĂ€digung, auf Auszahlung des gebĂŒhrenden Arbeitslohns fĂŒr die geleistete Arbeit, laut den geltenden Tarifen, wird von der Zellstoff Lenzing AG, unter der BegrĂŒndung, dass damit ein „PrĂ€judiz geschaffen werde, welches dem Unternehmen gegebenenfalls untragbare Kosten auferlegen wĂŒrde“, wird abgelehnt. FĂŒr 2.352 Arbeitsstunden von November 44 bis Mai 45 hatten die HĂ€ftlingsfrauen pro Person Forderungen von 2.117 bis 2.822 Schilling verlangt.

*FĂŒr die in diesem Absatz beschriebene Misshandlung fehlt jegliche Dokumention. Diese beschriebene Form des “Eignungstests” fand tatsĂ€chlich in einigen KZ statt. Es entspricht jedoch der schriftstellerischen Freiheit des Autors, dass Margarete Freinberger, jemals an dieser beschriebenen Misshandlung beteiligt gewesen war.

DANKSAGUNG

Der Autor dankt Univ. Prof. Dr. Roman Sandgruber, Institut fĂŒr Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Johannes Kepler UniversitĂ€t Linz, fĂŒr die freundliche Bereitstellung wichtiger Informationen aus seinem Werk „Lenzing: Anatomie einer IndustriegrĂŒndung im Dritten Reich“

Der Autor dankt Herrn Hannes Koch fĂŒr wertvolle wissenschaftliche Informationen und Erkenntnisse die Person Margarete Freiberger und das Lager Lenzing betreffend.

QUELLENVERWEISE

Prof. Dr. Roman Sandgruber „Lenzing: Anatomie einer IndustriegrĂŒndung im Dritten Reich“

http://75years.lenzing.com/75-jahre-innovation/lenzing-anatomie-einer-industriegruendung-im-dritten-reich.html

Lenzing Pettighofen Women Slave Labor Camp, Lenzing, Austria (May 10, 1945)

Margarete Freinberger

OÖLA, VG 8 VR 286/47, Sch. 185; OÖLA VG 8 VR 5452/47 Sch 335:3

Elfriede Miningsdorfer und Elisabeth Breitenberger

OÖLA, Landesgericht Linz, Sondergerichte, Vg 11 Vr 1948, Nr. 495

Werksdirektor Zak

OÖLA, Sondergericht Linz, Sch, 328, Akt 5272/47

Maria Kaiser

OÖLA, Landesgericht Linz, Sondergerichte, VgVr 1947, Nr. 185, VG 8/243/47

Hermine K.

OÖLA, Landesgericht Linz, Sondergerichte, Vg 11 Vr 1948, Nr. 495

Author: freakingcat
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