Die Spur

1666 sticht der Däne Henry Matteson gegen Westen in See. Wochen später betritt er auf Prudence Island erstmals amerikanischen Boden. Generationen hartarbeitender Nachfahren hatten aus Robert Eliot Matteson einen US-Patrioten gemacht, der, als er einen Monat nach der Landung der Alliierten in der Normandie als einfacher Fußsoldat an Land geht, fest entschlossen ist, Hitler und seinen Nazi-Kumpanen den Garaus zu machen. Seine Einheit, das 318. Regiment der 80. Infanteriedivision, folgt dem halbwahnsinnigen General George S. Patton, der seine 3. US-Armee siegreich Schlacht für Schlacht, in östlicher Richtung quer durch Westeuropa rast, bis er auf tschechischem Boden mit der Sowjetarmee zusammentrifft, die bereits Prag besetzt hält. Patton bleibt nur der Weg nach Süden, so sich laut US Geheimdienstberichten in der berühmt-berüchtitgen Alpenfestung, einem Gebiet in den österreichischen Bergen, Hitlers Top-Nazis samt ihren Elitetruppen mit immensen Vorratslagern und in Felsen gehauenen Fabriken, in uneinnehmbaren Stellungen und bombensicheren unterirdischen Magazinen, geschützt durch V-Waffen, verschanzt halten, um ihren Feinden ein letztes Gefecht zu liefern. Als ein Agent der Spionageabwehr ums Leben kommt und keine Zeit ist, um Ersatz zu entsenden, sieht Matteson seine Chance gekommen, endlich mit eigener Hand Nazi Bonzen zu jagen. Er meldet sich freiwillig und wird mit der Führung des Spionageabwehrkorps des 319. Regiments beauftragt.

Sidney Bruskin spricht so gut Deutsch, als ob es seine Muttersprache ist und wird deswegen Mattison als Dolmetscher zugeteilt. Seit dem 4. Mai sind die beiden auf der Jagd nach Naziführern in der Alpenfestung, die sich als Goebbelsches Meisterwerk der Propaganda entpuppt, ein reines Phantasiegebilde der NS-Führung, die den amerikanischen Geheimdienst monatelang täuschte. Sid lenkt den Jeep durch das liebliche Dorf Gmunden und bleibt vor dem Haus des Ortsgruppenleiters stehen. Von der Gmundner Ortspolizei erfahren sie, dass sowohl der Reichsleiter der NSDAP, Robert Ley, als auch Gauleiter Eigruber erst vor ein paar Tagen durch den Ort gefahren sind und sich Richtung Inneres Salzkammergut abgesetzt hatten. Auch SS Obergruppenführer Ernst Kaltenbrunner, der einst mächtige Chef des RSHA, der Kripo und Gestapo und verantwortlich für die Konzentrationslager des Reichs, hält sich in der Gegend zwischen St. Wolfgang, Bad Ischl und Bad Aussee versteckt. Endlich hat Mattison eine erste Spur.

Im Schutz unseres Panzerbataillons fahren wir die gebirgige Ufterstrasse des malerischen Traunsees entlang an dessen Südspitze das Konzentrationslager Ebensee liegt, eines von 40 Außenlager der Vernichtungsmaschinerie des KZ Mauthausens. Kaltenbrunner ließ die KZ-Anlagen mit Tarnnamen wie „SS-Arbeitslager Zement“ , „Taube I“ oder „Dachs II“ im November 1943 von der SS direkt neben dem kleinen Ort Ebensee errichten, um in unterirdischen Stollen eine Schmierölraffinerie zu errichten und Bauteile für Panzer und Flugzeuge zu produzieren.

Wir stehen vor der verschlossenen Lagertür des Konzentrationslagers. Von den SS-Wachmannschaften keine Spur, sie haben wenige Stunden vor unserer Ankunft das Lager verlassen. Als wir um 15 Minuten vor drei Uhr nachmittag das Tor aufbrechen, brandet tosender Jubel unter den auf dem Appellplatz versammelten abertausenden Häftlingen auf „Die Amerikaner sind da! Wir sind frei, frei!“ Alle fallen sich in die Arme, haben Tränen in den Augen. Eine Gruppe singt die Marseillaise, andere die Internationale, jeder in seiner Sprache.

Vor mir stehen menschliche Körper in einem Zustand, den ich nicht für möglich gehalten habe. Menschliche Skelette in schmutzigen Lumpen, teilweise barfuß strecken uns Hände entgegen. „Essen! Gebt uns Essen“ betteln sie. Wir haben keines und müssen den vollkommen ausgezehrten und entkräfteten Menschen erklären, dass amerikanische Soldaten bald eintreffen würden, mit Verpflegung und medizinischer Hilfe. Viele brechen daraufhin zusammen. „Vier, fünf, sechs Jahre haben wir auf euch gewartet und nun kommt ihr mit leeren Händen.“

Ich blicke in Augen die ihren Glanz verloren haben, jahrelang unfassbares sehen mussten, brutale Folterungen und wahllose Erschießungen durch Lagerkommandanten, die Trinker und Sadisten waren. Otto Riemer, leitender SS-Offizier hielt im Lager die auf Menschen abgerichtete Dogge „Lord“, die mehrmals Häftlinge zerfleischte. Einen Tag vor der Befreiung versuchte der Lagerkommandant noch, sämtliche Häftlinge in die Stollen zu treiben, um im ewigen Schweigen des Berges die Zeugen rassistischer Menschenvernichtung für immer verschwinden zu lassen.

Im Lagerspital siechen eng zusammengedrängt auf Bretterpritschen, ausgemergelte Körper mit Lumpen und Läusen bedeckt, durch grausame medizinische Experimente bereits rettlos an den Tod verloren. Man bedeutet uns, wir sollten auf jeden Fall auch das Krematorium sehen. Wir drängen wir uns durch dichtes Gewühl halb oder ganz nackter Menschenleiber, von allen Seiten wird auf uns eingeredet. Und immer wieder „Hunger! Gebt uns etwas zu Essen!“

Wie ein Obelisk ragt ein viereckiger Schornstein aus dem Dach einer niedrigen Holzbaracke: das Krematorium. Je näher ich herankomme, umso stärker macht sich der süßliche Leichengeruch bemerkbar. Syd muss sich ein Taschentuch vor die Nase halten, unerträglich ist der Gestank des Todes. Den Anblick von 140-150 aufeinander geschichteten, nackten und bis auf die Knochen vertrockneten Leichen im Aufbewahrungsraum werde ich mein Lebtag nicht mehr vergessen können. Es ist ein Blick ins Infernum. Man verträgt das Grauenvolle nicht auf einmal und muss erst weggehen und wieder hineinschauen, um Einzelheiten zu erblicken; Skelette von einer gelben oder grünlichen oder bläulich-schwarzen Haut überzogen. Mund und Augen stehen offen. Ein Durcheinander von verrenkten Gliedern. Manche Leiber sind noch durch furchtbare Wunden entstellt. Hinter dem Krematorium entdecken wir eine gewaltige offene Grube. Lastwagenweise wurden Häftlinge herangekarrt, durch einen Schuss in den Hinterkopf ausgelöscht, in das Loch geworfen, um dort zu verrotten. Die Kapazität der Öfen reichte nicht länger aus die Leichenberge in Rauch und Asche zu verwandeln.

Am Abend eskortieren Syd und ich 50 Nazis aus der Umgebung ins Lager damit sie mit eigenen Augen sehen müssen, was sie alle immer schon wussten und niemals zugeben werden. In der darauffolgenden Nacht begehen drei der Nazis Selbstmord, unter ihnen der Ortsgruppenleiter.

Alpenglühen

Der Schrei der Berge, das ist ein dumpfer Hall, den beißend-kalter Morgenwind über den See herüberbringt. Ein Grollen und Dröhnen, das langsam näher kommt; Totenglocken läuten im dumpfen Echo tausendjähriger Ewigkeit; Felswände erzittern. Der Pötschen-Pass versinkt im Altausseersee in flammendem Schein und Rauch.

Der Schrei der Berge, das ist ein letztes Alpenglühen und Abgesang an den Ort, an dem er sich dauernd niederlassen wollte, ein Tal im Toten Gebirge, dessen Landschaft ihm zum Freund geworden war. 

Der Schrei der Berge, das ist der Schmerz in seiner Brust, der Tod des Führers und des Reichs.

Der Schrei, sein Untergang: abgrundtief

Altaussee, 7. Mai 1945, 5 Uhr 45, Sonnenaufgang. Ein Mann in Uniform steht am See. Sein Blick ist auf den Pötschen-Pass gerichtet, wo die geflohene SS-Wachmannschaft des nahen Konzentrationslagers Ebensee im Kampf zur Verteidigung der Alpenfestung erbärmlich zugrunde geht. 

Langsam lässt der Mann seine Hand in ein lederne Aktentasche gleiten in der sich seine Dienstpistole befindet. Ein Schuss, ein letzter Knall wird in den Bergen verhallen, ausklingen der finale Akt der Götterdämmerung. Doch liegt keine Waffe in seiner Hand, sondern das Zeichen seiner erstorbener Macht. Zögerlich hält er noch einen Moment inne, dann versinkt sein Dienstsiegel im See. Im frühlingshellen Licht der steirischen Berge inszeniert Ernst Kaltenbrunner, Chef des Reichssicherheitshauptamtes in Berlin, den Untergang des Deutschen Reiches als seinen Übergang. Er hat seine Flucht geplant: ein paar Tage in den Bergen verstecken, abwarten bis die alliierte Koalition zerfällt und sich dann den Amerikanern als Führer eines freien, anti-bolschewistischen Österreichs stellen. Das ist sein Plan. Nun ist es an der Zeit, er muss los.

Die Zelle

400 Tage bin ich nun schon hier, weggesperrt wie ein Tier in mein Verlies. Nürnberg, Stadt unserer Reichsparteitage – oder was sie von ihr übergelassen haben, ein Trümmerfeld…das deutsche Herz, ausgebombt und ausgeblutet. Hinter einer mittelalterlichen Mauer aus roten Sandsteinquadern, das Justizgefängnis: eine ausgebreitete Hand. Kabbalistisches Teufelszeichen, ganz ungewollt, ganz unbewusst, gefangen in der Magie der Zweckmässigkeit. Kaltenbrunner Zelle 26! Gebückt durch die niedrige Tür gestossen, in meine Todeszelle. Kommandant Andrus C. Burton baut sich vor mir auf, übermächtig lächerlich. Jeder einzelne Zug seines Gesichts wie in Stein gemeisselt, sein Schellackhelm spiegelt und glänzt, knallgrün und glattgewichst und Augen so dunkel, dass hinter seinen runden Brillen, Iris und Pupille zu einem martialischen Blick verschmelzen. „Feuerwehrhauptmann“ nennt Göring ihn. Disziplin! Sonderwünsche lehnt er strikt ab. Essen nur mit Löffel! Verboten sind: Gürtel und Krawatte, kein Glas mit dem wir uns schlitzen könnten, selbst meine Uhr wird mir abgenommen. Rasieren nur unter Aufsicht, mein Wächter hält den Schlagstock bereit in seiner Hand. Nachdem Ley sich am Klo erhängt hat, werden wir ständig beobachtet, sogar beim Scheißen schauen sie einem zu.

Das gleißende Licht des Scheinwerfers wirft meinen Schatten an die Wand, Schatten der Vergangenheit, als ich noch wie ein ritterlicher Hüne aussah. Heydrich’s Golem haben mich die Prager Juden genannt. Sitzend halte ich mich an meiner Pritsche fest – abgemagert, ausgezehrt – nur um nicht vor Andrus in meinen Anzug zu zerfließen. Zu lebendigen Toten verkommen, wir die 21 Verdammten, Monster und Unmenschen, kaltherzige Nazi-Kreaturen, über die sich Zeitungen ihr loses Maul zerreissen.

Mich quält die unheimliche Stille, die mich umgibt, die Zeitlosigkeit eines Mannes, dem keine Zeit verbleibt. Drei Meter von der Zellentür zur Wand gegenüber. Eins, zwei, drei, vier, fünf…ich zähle Schritte um mich in meiner Ausweglosigkeit nicht zu verlieren, die Wachablöse der Soldaten vor der Tür ist mein Stundenmaß.

Meine Zelle muss vor Jahren einmal grün gewesen sein, kaum noch sehe ich den Schmutz auf den Wänden. Damit wir uns nicht durch Selbstmord ihrer Lynchjustiz entziehen, haben die Amerikaner die elektrischen Leitungen für das Licht so brutal aus der Wand gerissen, dass große ausgegipste Löcher verbleiben. An der Längswand steht meine Pritsche mit einer stinkenden strohgefüllten Matratze darauf. Vier kratzige Wolldecken aus amerikanischen Armeebeständen, ein kleines Handtuch, mehr besitze ich nicht. Als Kopfkissen benutze ich Kleidungsstücke. Die Wand längs der Pritsche glänzt speckig von den Berührungen meiner vielen Vorgänger. Eine Waschschüssel und ein Pappkarton mit einigen Briefen stehen auf dem kleinen Tisch aus Pappkarton und Sperrholz. Selbst den hat Kommandant Andrus selbstmordsicher gemacht und ein Tischbein abgesägt. Unter dem Fenster laufen zwei Heizrohre entlang, an denen ich mein Handtuch trockne. Bis auf Göring der einen Helfer bekommen hat, müssen wir unsere Zellen selbst aufwischen. Der Fette hat sich so sehr darüber aufgeregt hat, dass er fast geplatzt ist und die Amis Angst hatten, dass er vor ihren Augen an einem Herzinfarkt krepiert. Der penetrante Geruch des Desinfektionsmittel schwebt überall: in der Toilette, in der Wäsche und haftet selbst an meiner Haut, scheußlich süßlich-scharfer amerikanischer Gestank. Das Fenster. Wie ein hämisch grinsendes Maul hat es sich durch die dicke Wand gefressen, blickt es mich an, lockt mich, verspottet mich. Wie sehr wünsche ich mir hinauszublicken und noch einmal einen Blick auf die Welt zu werfen, doch selbst die Glasscheiben hat man durch graues Zelluloid ersetzt. Es ist so stark zerkratzt, dass ich die Welt da draußen nur als verschwommene Umrisse wahrnehmen kann.

Selbst heute an diesem heißen Junitag ist es düster in meiner Zelle. Ich kann ihn nicht sehen, doch schmecke ich die Hitze eines strahlenden Sommertages, ein Geschmack den ich schon als Kind liebte. Der Duft frisch geernteten Strohs, der stumme Gruß einer Delegation von Strohmännern, die mich als einzige in der alten Heimat empfingen. Wenn ich von Berlin aus am Weg nach Linz war, bin ich immer nach Raab hineingefahren. Wie enttäuscht war ich, wenn mich die alten Leut nicht mehr auf den ersten Blick erkannt haben…dass dreißig Jahre und mehr inzwischen vergangen sind, mag ich nicht so recht begreifen, bin ich doch so unvergeßlich in meiner Kinderzeit verfangen geblieben.  

Wie es die Gefängnisordnung verlangt, liege ich auf dem Rücken, die Hände über der Decke, den Kopf zur Innenseite meiner Zelle gewendet. Es ist abends, das grelle Licht des Scheinwerfers zerstrahlt mein Gesicht. Blutrote Lider, an Schlaf ist nicht zu denken: Ich starre an die gewölbte Decke, unendliche Müdigkeit, Nacht für Nacht torpedieren sie jede Zelle meines malträtierten Körpers, lassen mich nicht schlafen. Lärmen und lachen vor meiner Tür. Ich bin ein Gespenst, starr und regungslos, mein Leib aufgebahrt in Totenstarre. Immer beschaut vom nimmermüden Augenpaar meines versteinerten Wächters durch die quadratische Öffnung in der schweren, eichenen Zellentür. 

Ein Weltgericht sollte es sein, vor dass sie uns gezerrt haben, doch die Augen der Welt haben nur die Rache der Siegerjustiz gesehen, eine Farce, ein abgekartetes Spiel. Hätten sie doch nur auf Churchill gehört, der wollte uns alle standrechtlich erschießen lassen. Dann wärs wenigstens schon vorbei. Monatelang quälen sie uns nun schon ihren gelogenen Anschuldigungen zuzuhören, den gekauften Zeugen und dann zeigen sie uns auch noch diese Filme. „Das könnte die Ufa in einem Tag nachstellen und filmen“, meint Göring. Da geb ich ihm recht. Die Schuld am Tod von Millionen von Toten werfen sie uns vor, auf gefälschten Dokumenten, die Jackson aus seinem Hut zaubert. Aber was solls, das Spiel ist sowieso schon lange aus. Mein Auftritt getan und vorbei und ich brauche mich nicht zu schämen. Ich habe für die Ehre Deutschlands einen letzten Kampf geliefert. Jetzt werden die Judenrichter das letzte Wort haben und sie werden uns hängen lassen.

Ich will meine Gedanken verlieren und versuche in schlaflose Träume zu entfliehen. Dann bin ich wieder ein Bub und wandere am kleinen Bächlein bei Brünning entlang, das an vielen Glockenblumen und Margeriten, Fliedernelken und Distelköpfen, Dotterblumen und Vergissmeinnicht vorbeitaumelt und sich im Hannerlholz mit dem Raabbach vereint. Das Hannerlholz! Nirgends konnte man sich so gut verstecken, spielen oder Gefahren begegnen, waren doch zwei große Sandstätten dort, im finsteren nördlichen Teil gegen Maria-Bründl zu, in einem tiefen Hohlweg, wo die großen Kellereien der Brauerei lagen, zu denen die Fuhrfässer von starken weissen Ochsen gezogen wurden. Das Hannerlholz hatte alles in sich, was wir Kinder uns nur wünschen konnten. Die verschiedensten Schwämme, alle Blumen auf seinen Wiesenflecken, Erdbeeren, Käfer, Eidechsen, selbst Schlangen und am Rande zu den Teichen hin waren Wassergräben gezogen, mit Fröschen, Schwimmkäfern und wir setzten noch kleine Fische ein und bauten Brücken. Am Bach, der zwischen Pfarrhof und Hannerlwald vorbeirinnt und uns zum Fischen und Baden diente – auch meine erste Hirschlederhose fiel dort ins Wasser und blieb steif – lag die Mühle des Müllers in der Schleifen, so geheimnisvoll, wie sie nur in Märchen geschildert werden kann. Ihr großes Holzrad und Radkasten, beide von grünen Moos bedeckt und tausend funkelnden Wassertropfen umsprüht, war für Ohr und Auge unzertrennlich von dieser herrlichen Welt. Um Schloss und Kirche war der Marktfleck Raab ganz natürlich gewachsen, Kleinbauern, Handwerker, Krämer und Wirte riefen mit dem Zeitfortschritt Arzt und Apotheke, Post und Ämter, Sparkassa und Schule herbei und immer blieb der Ort mit seiner Umgebung eng verbunden, denn jeder hatte sein Stückchen Land und Wald behalten und Heu und Getreideähren kamen in den Straßen zu liegen, wenn es Erntezeit war. Fast hinter jedem Haus gab es Stall, Stadel und Garten, viele Obstbäume darin und wir kannten sie alle, die Frühäpfel so gut wie die Birnen und Zwetschken. Damals waren die Standesunterschiede noch deutlicher als ein Menschenalter später und es war auffällig, wenn ein Doktorkind zu armen Leuten kam. Auch die Eltern sahens nicht gern, vielleicht fürchteten sie Krankheiten. Umso lieber und neugieriger folgte ich den Einladungen meiner Schulkameraden, Buben und Mädels. Sie nahmen mich mit auf eine Rahmsuppe bei ihren Eltern, oder ein Stück würziges Bauernbrot schmeckte ja viel besser, als alles daheim. Scheuer aber als Wohlhabende, ist deren Scham vor fremden Einblick. Ich muß aber ein ganz natürliches Kind gewesen sein, denn vor mir wurde nichts verborgen und ich wieder, nahm alles ganz natürlich in meine Sinne auf. Ich sah das Kind armer Leute zufrieden sein, mit dem Apfel, dem ihm die Großmutter zusteckte. Ich bemerkte, wie ein müder Vater sich erst mit seiner Frau beriet, ob er sich heute zum Abendbrot einen Krug Bier holen konnte, ich erlebte Schicksalsschläge mit, wenn eine Kuh krank wurde oder ein Ferkel einging oder das Heu der einzigen Wiese nicht heimgebracht werden konnte, weil der Regen zu regnen nicht aufhörte. Ich kannte die Geschichte manches Sonntagsgewandes und die Ursache, warum nicht jedes Kind jeden Sonntag zur Kirche mitdurfte, weil fürs zweite Schwesterchen eben kein zweites Kleid gleicher Sonntäglichkeit da war. Dann wieder sah ich, dass sich der alte Vater die Bretter für seinen Sarg sorglich bereit legte und beim Dengeln den Nachbarn fragte, ob er auch schon trockene Bretter hätte. Wie ihnen das Sterben kein Grauen war, machten sie vor den Geburten wenig Aufhebens.

Das Haus meiner Familie war eines der größten Häuser des Marktes, in welchem wir den ganzen ersten Stock bewohnten und wo sich auch die Kanzleiräume meines Vaters, nach Süden gelegen, befanden. Das Haus stand zu oberst, einen kleinen Platz nach Westen abschützend, vom Norden kam die Straße aus Maria-Bründl herein, die am Haus vorbei und nach Süden abfallend führte und dann die Hochbruck hieß. Nach Westen führte die Straße zum Friedhof hinauf, weitergehen kam man, vorbei am reizend und von Blumen umwachsenen Häuschen des Rauchfangkehrers auf einem schönen Weg, der hinunter zu den Schatzlteichen und zum stattlichen Pfarreranwesen führte. Um den Pfarrhof herum standen in dichten Obstgärten noch einige Häuschen, die einem Binder, einem Rechenmacher und einigen Kleinbauern gehörten. Das Binderanwesen war für mich deshalb unvergesslich, weil Mutter dort alljährlich ihren Vorrat an Winteräpfel einkaufte und eine Sorte so tiefrote Wangen hatte, wie die Binder Resi, die mit mir zur Schule ging. Sie sprach sehr langsam und hatte immer verschwollene Augen, als ob sie Bienen gestochen hätten und ist mit ihren roten Wangen und strahlender Gesundheit wegen immer in Erinnerung. Ich brauche nur an sie zu denken und der ganze Weiler ist mir bis ins Kleinste gegenwärtig, ja ich höre das Quietschen des Türchens am Gartenzaun der Binderleute, ich sehe den alten Pfarrer Lang mit langer Pfeife und seinem Spitz Bello im Garten auf- und abgehen. Sein Brebierbüchl wird er ebenso wenig gelesen haben, wie ich die Buchstaben finde, wenn bei den kurzen Spaziergängen im Gefängnishof mich zum Lesen zwinge. Ein Schmetterling oder Maikäfer, wie gestern, lenken so leicht ab, als er sich aufs Buch setzte. 

“Die braune Zeit”

Seit über 70 Jahren schlummern in Archiven verstaubte Akten und längst vergessene Dokumente, welche von einer Zeit erzählen, die viele Österreicher nur allzu gern aus ihrem kollektiven Gedächtnis verdrängen würden.

Einige jener Akten, die sich am Ende des Krieges der Vernichtung durch die Nazis entziehen konnten, erzählen die Geschichte der Nazi-Täter. Täter, die zum Teil aus sehr angesehenen und angestammten Grieskirchner Familien entsprangen und bereitwillig im faschistischen Terrorregime Hitlers ihren Mann oder auch ihre Frau standen, um Karriere zu machen.

Dieses Buch schildert in vielen Details und in teilweise bisher unveröffentlichten Bildern, die Lebenswege von Bürgern, die sich von der Welle nationalsozialistischer Begeisterung mitreißen ließen und zu fanatischen und oftmals grausamen Tätern in ihrer eigenen Heimatstadt wurden.

„Die braune Zeit“ führt den Leser weit zurück zu den frühesten Anfängen des Nazitums und enthüllt schier Unglaubliches…

Erhältlich auf Amazon

https://www.amazon.de/dp/1090982569

Der Jahrestag

„35“. Seit Wochen siehst du sie überall, diese verdammte Zahl, fünfunddreißig. In jeder Überschrift jedes Scheißblattes der Partei prangt der Dreck groß und unübersehbar und daneben auch noch das Staatswappen. Du kannst nicht mal an einem Schaufenster vorüber latschen, immer hockt sie irgendwo zwischen Büstenhaltern und Hüftgürteln und Katzenfutter, versteckt sich, um dir plötzlich ins Auge zu springen und ins Hirn zu dreschen: 7. Oktober 84. Die Deutsche Demokratische Republik feiert sich wieder einmal selbst. Dir kommt das Kotzen!

Heute morgen stimmt Frau Bartl, deine Mathelehrerin und eine Hundertzwanzigprozentige, die Klasse auf den Fackelzug ein. Genossin Bartl lässt uns vor dem Unterricht alle aufstehen und keift mit ihrer typischen Krächzstimme: „Für Frieden und Sozialismus, seid bereit!“. „Immer bereit“, stimmst du beinahe unhörbar in das Murmeln der Klasse ein. Dann hält sie eine langatmige Rede über die Unvergänglichkeit der sozialistischen Republik.
„Die Deutsche Demokratische Republik wird nicht nur 35 Jahre existieren, nein, sie wird ewig währen!“, schrillt ihre Stimme in deinem Kopf.
„Genauso wie das tausendjährige Reich“, denkst du dir.
Dann folgen die Anweisungen für den Fackelzug am Abend.
„18.00 Uhr Treffpunkt Hans-Beimler-Straße, in sauber gebügeltem Hemd und dem korrekt gefalteten roten Thälmann-Pionier-Tuch um den Hals.“
Sie hält einen Augenblick inne und lässt ihren Blick über die Klasse schweifen.
„Es herrscht Anwesenheitspflicht!“

„Mist“, denkst du dir.
Du hast null Bock 80.000, aus der ganzen DDR zusammengekarrten Vorbildsschleimern, in ihren lächerlichen blauen FDJ-Hemden, fähnchenschweifend „Frieden, Freundschaft, Solidarität“ plärrend und „die Internationale“ singend, zuzuwinken, wenn sie an der Ehrentribüne vorbeiziehen, um der bescheuerten Rentnerbrigade Honecker & seinen halbtoten Kameraden, zum 35. Staatsgeburtstag zu gratulieren.
In der Mittagspause schleichst du dich auf den Pausenhof, wo sich hinter den Müllcontainern die Raucher treffen, meist Schüler der höheren Klassen, um heimlich eine Cabinet oder die viel herbere und coolere Karo ohne Filter zu paffen. Schon seit ein paar Wochen kommst du ein paarmal die Woche vorbei, um dir eine Zigarette abzuschnorren und zur „coolen Raucherclique“ zu gehören.
„Sag mal, Kalle, gehst du heut Abend zum Fackelzug?“, fragst du mit gespielter Selbstsicherheit.
„Da ha ick keen’n Bock druff“, antwortet Kalle.
„Die Bartl hat gemeint, dass Anwesenheitspflicht besteht.“
„Du machst wohl hier den Obermima, wa?“
„Nein, es ist nur…“
„Haste Bammel, Brubbelkopp?“, ätzt Kalle plötzlich unter lautem Gelächter anderen Raucher.
„Wenn du nicht zu feige dafür bist, dann komm um sechs ins Café am Leninplatz. Wir sind alle dort und zischen uns ein Bierchen!“, wirft Jens ein.
„Scheiß auf die DDR-Kacke“, ruft Sabrina.

Es läuft dir gleichzeitig heiß und kalt über den Rücken. Wenn du heute Abend nicht um 18.00 Uhr deine Anwesenheit beim Gruppenratsvorsitzenden deiner Klasse meldest, wird er dich spätestens morgen an deine Klassenlehrerin verpfeifen und das gibt dann ein ordentliches Donnerwetter. Die Bartl ist so verrückt und ruft auch noch deinen Vater an und erzählt ihm die ganze Scheiße. Der prügelt dich mit dem Gürtel so hart durch, dass du eine Woche lang nicht sitzen wirst können. Du könntest aber auch Glück haben, denn Bastian, der dieses Jahr zum Gruppenratsvorsitzenden gewählt worden war, ein Streber sondergleichen, von dem du oft die Hausaufgaben abschreibst, hat Respekt vor dir. Er ist einer jener schleimigen Pionier-Wixer deiner Klasse, der weiß, dass, wenn er dich bei der Bartl verrät, er von dir eine solche Retourkutsche zu erwarten hat, dass er besser jetzt schon anfängt, sich in die Hosen zu scheißen.

„Nah wat nun?“, will Kalle wissen. „jeht dir die Muffe?“
Für ein paar Herzschläge scheinen alle Blicke der Raucherclique auf dich zu fallen. Dir stockt der Atem, schwitzt, suchst nach den richtigen Worten. Du antwortest:

A. „Klar bin ich um sechs im Cafe! Kannst schon mal ein Bierchen für mich bestellen!“

B. „Mann, ich würd ja gerne kommen, aber wenn die Bartl mitkriegt, dass ich den Fackelzug zum 35. geschwänzt habe, dann ist die Kacke am Dampfen.“

Mogador

Mächtige, dunkle Wolkentürme stiegen aus der zornigen See, die ein Sturm landeinwärts vor sich her trieb, auf die Küste zu, an der die weiß gekalkten Häuser von Mogador und die Kanonen auf der Scala de la Kasbah im gleißenden Licht der untergehenden Nachmittagssonne wie Perlen glänzten. Man schrieb den 11. August 1844.

Auf einem der vielen bunten Berberteppiche— Blüten im Sand, die den Strand der Bucht zierten— sitzt der zehnjährige Khalid mit seinen älteren Brüdern Abdellah und Abdelaziz, eineiigen Zwillingen, und ist gerade dabei, das stachelige Häuschen einer Purpurschnecke mit einem Stein zu zertrümmern. Mit geschickten Fingern zieht der Junge den nackten Körper der Schnecke aus ihrem zerstörten Bau und wirft ihn in auf ein Tuch neben ihm, auf dem sich schon ein Berg aus hunderten Schneckenleichen türmte und aus dem sich seine Brüder immer wieder eine herausgriffen, um ihr mit einem gekonnten Messerschnitt die Atemhöhle aufzuschneiden und daraus eine kleine Drüse zu quetschen, die sie in einer Holzschale sammelten. Seit Generationen bereitet ihre Familie aus dem milchig-weißen Drüsensekret, das sie drei Tage lang in Salz einlegten und dann zehn Tage lang kochten, ein farbloses Pulver zu, welches die Strahlen der grellen Nachmittagssonne Marokkos in ein kräftiges Rot verwandelte und das dann Tag für Tag eine Schattierung weiter dunkelte, bis es die Farbe getrockneten Blutes angenommen hatte und mit Honig vermischt, zu Purpur, der Farbe der Könige und Päpste wurde. Der Wind wird stärker, bläst Khalid feine Sandkörner in seine Augen und zerzaust sein langes Haar.
„Alarm!“, ruft er, als der Wind die langgezogenen Signaltöne aus geblasenen Widderhörner in sein Ohr weht.
Er blickt zur mächtigen Stadtmauer hinüber, welche sich seit mehr als hundert Jahren den zornigen Wellen einer stürmischen See entgegenstemmt und sieht Stadtbewohner aufgeregt, kreuz und quer laufend, immer wieder in Richtung des Meeres zeigen.
„Allah! steh uns bei“, ruft Khalid aus, als sich aus der dunklen Wolkenwand, die sich unaufhörlich näher und näher an die Stadt herangeschoben hatte, ein Schatten löst und zu einem Segel wird, aus dem ein Schiff erwächst, eine Fregatte gar, bis die mächtige, fünfzehn Schiffe starke Französische Flotte, scheinbar aus dem nichts, vor Mogador auftaucht.

Hastig packen die Brüder ihre Sachen zusammen, schwingen sich ein Bündel auf den Rücken und schließen sich dem Strom panischer Bürger an, die sich durch die engen Straßen der Kasbah schieben. Aus der Medina kommen ihnen Soldaten des Sultans entgegengelaufen. Auch auf der kleinen, dem Hafen und der Bucht Mogadors vorgelagerten Insel, welche die Stadt vor den, immer heftiger an die steinernen Befestigungswälle schlagenden Wellen schützte, bezogen Soldaten Stellung. Unter laut gebrüllten Befehlen rollen sie Kanonenkugeln, schleppen hastig schwere Pulversäcke und richten die schweren gusseisernen Kanonen ständig neu auf die Schiffe der Franzosen aus, welche die wütende See hilflos zwischen Wellentälern und -kämmen tanzen lässt.
„Packt alles zusammen“, befiehlt Mutter ihren zwei Töchtern, als die Brüder ins Haus laufen.
Sofort beginnen Abdellah und Abdelaziz das wertvolle Purpurpulver in kleine Lederbeutel zu füllen und die beiden Packesel der Familie damit zu beladen, während Khalid in der alten geschnitzten Holztruhe nach einer Münze sucht, welche er letztes Jahr am Strand gefunden hatte. Großvater erzählte ihm, dass es eine römische Münze sei, eine Münze einer längst vergangenen, einer längst vergessenen Zeit. Als er sie, versteckt unter Leinentüchern findet, stürzt sein Vater zur Tür herein und berichtet, dass nur der wütende Sturm die Franzosen an der Erstürmung der Stadt hindert und der Sultan allen Frauen, Kindern und den Alten befohlen hatte, die Stadt unverzüglich zu verlassen. Vater und seine beiden ältesten Söhne werden Mogador vor den französischen Ungläubigen verteidigen. Khalids Mutter bricht in Heulen aus, umarmt ihren Mann und die Zwillinge, die sich, mit einem verrosteten Säbel und ein paar Messern bewaffnet, von ihr verabschieden.
„Geht in die Wüste. Allah stehe euch bei!“, befiehlt Vater.

Mutter führt die vollbepackten Esel aus dem Stall. Großvater sitzt festgeschnürt auf einem und hustet. Khalids Schwestern haben schwere Bündel auf ihren Rücken geschnürt und folgen nach. Mit einem großen Schlüssen verschließt Khalid die Tür des Hauses und reiht sich in die Karavane ein, ein endloser Zug aus Mensch und Tier, der sich von Mogador bis tief in die Wüste hinein erstreckt.

Vier Tage lang wütet der Sturm, bis die französische Flotte Position beziehen kann. Kanonendonner zerreisst die Stille der wieder beruhigten See. Eine Stunde lang feuern die Marokkanischen Batterien aus allen Rohren, doch ihre Feuerkraft ist zu gering, um mit schweren Eisenkugeln die feindlichen Schiffe zu treffen. Dann beginnen die Kanonen der Franzosen zu sprechen. Drei Stunden dauert der Beschuss Mogadors, eine marokkanische Stellung nach der anderen verstummt und Häuser in Flammen aufgehen. Nur mehr die Schrei der Verwundeten und das Gebrüll der französischer Truppen, durchbrechen die Stille, als die Soldaten auf Befehl von Duquesne und Bouet die Insel vor der Stadt erstürmen und nach schweren Kämpfen 400 marokkanische Soldaten gefangen nehmen. Die Franzosen wenden die aufs Meer gerichteten Kanonen der Inselfestung gegen Land und fangen an von neuem die Stadt zu beschiessen, 26 Stunden lang. Einen Tag später fällt Mogador unter dem Jubelgeschrei 600 französischer Soldaten, die die von allen Menschenseelen verlassene Stadt überrennen, Pulvervorräte in die Luft jagen, sämtliche Schiffe im Hafen versenken und die letzen intakten Verteidigungsanlagen auf der Skala Kasbah zerstören.

Khalid beobachtet die Rauchfahnen der brennenden Stadt hoch in den Himmel steigen, als Stämme der Chiadma und Haha in Mogador einfielen und vierzig Tage lang plünderten und brandschatzten. Auf seinem kleinen Gebetsteppich, den er am Kamm einer hohen Sanddüne gegen Mekka ausgerichtet hatte, denkt er an seinen Vater und an seine Brüder Adbellah und Abdelaziz und bittet Allah um seinen Segen für ihre heile Rückkehr. Er verneigt sich so tief vor dem einzig wahren Gott und Allah seinem Propheten, dass der kleine Lederbeutel, den er um den Hals trägt und der den Schlüssel seines Hauses in Mogador und eine alte römische Münze sicher vor den neugierigen Blicken anderer schützt, den Boden berührt.

Ich will dir Liebe schenken

Ich will dir Liebe schenken
ein ganzes Meer davon
sodass du darin ertrinken kannst

Freude will ich dir bringen
Freude so stark wie fallender Fels
der deinen zarten Körper unter sich zermahlt

Und ein Lachen auf dein Gesicht zaubern
Ein breit grinsender Mund bis hin zu den Ohren
Mit Lippen rot vom Blut meines Messers

In meinen Arme wiege ich dich, oh du meine Liebe
Erdrücke dich im Schweiße meines Angesichts
Und blicke tief in die Augen deiner geraubten Unschuld

Letzten Sommer war es, als du dich mir hingabst
Mit Stöhnen und mit Schmerz
Ich lachte, genoss deinen Schrei in meinem Ohr

Oh wie süss der Blick in deinen dunklen Augen
Voller Furcht und gänzlich ohne Zuversicht
Auskratzen werde ich sie dir, vertrau mir nur!

Und jetzt komm mein Herzblatt, auf zum letzten Tanz!
An deinen Eingeweiden spinn ich dich herum
Du drehst und drehst und drehst dich
und bist mein liebster Untergang