Die Welle

Die Krone einer ungeheuren Welle zeitloser Traumzeit hob mich auf und lud mich zu einem Ritt hoch oben auf dem Wellenkamm einer zartsinnigen Welt inneren Seins. Gischtend brach sie unter stĆ¼rzendem Getose, ich fiel und gab mich hin der tosenden Gewalt ihrer Gestrƶme, umhergewirbelt, eingetaucht und hineingesogen in die schƤumende Unermesslichkeit ihrer unbƤndigen Natur. Dann erst gab sie mich frei, ergoss sich mit mir Ć¼ber den Strand, meine nackten FĆ¼sse versinken im Sand, umspĆ¼lt und liebkost die Erkenntnis einer ewigen Offenbarung: frei zu sein als Mensch. Als ob die Schwerkraft sich verloren hƤtte, schwerelos im zeitlosen Augenblick reinen Seinsā€” gedankenlos schwebendā€” losgelƶst und mit verklƤrtem Blick einer stĆ¼rmisch brausend ruhigen See die Unendlichkeit schauend. Grenzenlos verschmelze ich im Horizont der Liebe, koste das Wunder meiner GlĆ¼ckseligkeit am Ende einer langen Reise, fernab, allĆ¼berall und nirgendwo. Nichts gibt es mehr das mich nun halten kann.

Author: freakingcat
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