Von Fluss-Tanten-Aerschen

Das triste DĂ€mmerlicht eines hinter den niedrigen HĂŒgelketten Pittsburghs aufgehenden, bleichen Mondes, taucht die alte EisenbahnbrĂŒcke in das gespenstisch dunkle Rot getrockneten Blutes und wandelt den trĂ€gen, zwischen Pennsylvania und West Virginia dahinfließenden Monongahela, mit seinen ausgebeulten, tief ins Land gefressenen Venen, in schwarzes, tödliches Gift.

Jeder, der jemals von diesem 130-Meilen-Fluss gehört hat, nennt ihn einfach nur “Der Mon”, ohne sich um seine sechsundzwanzig Indianernamen zu scheren, welche vom französisch klingenden „MalangueulĂ©â€œ, ĂŒber die verschiedensten Schreibweisen, von „Meh-non-au-au-ge-hel-al“ und „Mo-hong-gey-e-la“, zu schmucklosen, wie „Monna“ oder „Muddy River“ reichen. Sie bedeuten entweder „ein Ă€ltliches, sich, auflösendes Flussufer“ oder „ein bejahrter, vom Schmutz ausgehöhlter Fluss“ oder „ein alter Fluss, der seinen eigenen Dreck verliert“, was, in Mangon’s grasgeschwĂ€ngertem Gehirn, das kotzelende Bild eines alten, von Inkontinenz geplagten, Fluss-Tanten-Arsches, heraufbeschwört.

Author: freakingcat
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