GRIESKIRCHEN. Ob Menschenschmalz, Biberhoden, Schlangenfleisch oder fromme Gebete— den Menschen war in ihrer Verzweiflung jedes Mittel recht, um sich vor der Beulenpest zu schützen. Als der Schwarze Tod vor 300 Jahren in Grieskirchen einfiel, versetzte er die Stadt in Angst und Schrecken und erschütterte die tägliche Ordnung. Versuch einer Rekonstruktion.

Die Pest, so sagen die alten Leute, kam in der Gestalt einer schwangeren Frau von Ungarn her, wo sie fürchterlich gewütet hatte, und ganzen Landstrichen jeden Mann, jedes Weib und jedes Kind geraubt hatte, so dass sie entvölkert waren und das Vieh jämmerlich in den Stallungen verhungerte. Es ist ein grauer Novembertag im Jahre des Herrn 1712, als die unglückselige Frau den Schwarzen Tod unbemerkt nach Wien, in die Roßau trägt. Als sie erkrankt, wird sie in das Bürgerspital gebracht, wo sie weitere Schwangere ansteckt und auch Frauen, die mit ihren eben geborenen Kindern das Spital verlassen, und damit die Seuche in alle Teile der Kaiserstadt tragen. Im Frühjahr gelingt es der Pest die Stadtgrenze zu überspringen. Nun erst beginnt das große Sterben in den Dörfern, Städten und selbst den abgelegensten Höfen.

In Kremsmünster erreicht die Beulenpest auch Oberösterreich und überfällt im Juni 1713 die Stadt Wels, wo in nur wenigen Tagen, mehr als 200 Menschen, wie die Fliegen sterben. Es werden noch 180 Jahre vergehen, bis die Menschheit entdecken wird, dass es die Flöhe sind, die, von den mit Yersinia pestis infizierten toten Ratten, auf sie überspringen und ihnen das tödliche Pest-Bakterium übertragen. Ein paar Tage nach der Infektion schwellen die Lymphdrüsen bis zur Größe eines Apfels an, verhärten sich und beginnen zu pulsieren. Die Kranken leiden große Schmerzen, das Fieber steigt schlagartig an. Zum Schüttelfrost und heftigen Kopf- und Gliederschmerzen gesellen sich Erbrechen, Husten und Atemnot. Die unglücklich Infizierten werden lichtscheu, fangen an zu lallen und ihr taumelnder Gang erinnert an den eines Betrunkenen. Die Haut und Schleimhäute beginnen sich bläulich zu verfärben und ihr Körper verströmt einen ekelerregenden Gestank— sie stinken wie die Pest. Brechen die infizierten Beulen auf, so rinnt dunkelschwarzes Eiter aus ihnen hervor und das Fleisch darunter sieht aus, als wäre es verbrannt.

Die Nachricht, dass die Pest ins Land ob der Enns gekommen ist, verbreitet sich wie ein Lauffeuer und erreicht auch die Bürger von Grieskirchen. Die Stadtältesten erinnern sich mit Schrecken daran, als vor 37 Jahren, die Pest im benachbarten Peuerbach so gewütet hatte, dass in den Sommermonaten des Jahres 1676, täglich 15–16 Personen starben. Damals blieb, wie durch ein Wunder, Grieskirchen von der Strafe Gottes verschont, und auch diesmal beten die Einwohner, dass dieser Kelch, noch einmal, an ihnen vorübergehen wird. Doch es sollte anders kommen.

Im August 1713 erliegen in Zarhub bei Meggenhofen, die ersten beiden Bewohner der schrecklichen Seuche und werden am Kirchenfriedhof bestattet. Als im September drei weitere Inwohner sterben, wird über Zarhub die Quarantäne verhängt und die Leichen auf einer Wiese unterhalb des Großzarhuberhofes begraben. Kurz darauf verbreitet sich die Kunde, dass die Pest nun auch auf dem Gaßlmairhof in Gunskirchen eingezogen war, wo ihr Ende September, nacheinander die Bäurin Maria Deixler, ihre Tochter und die Magd Barbara erliegen. Da sich der Gunskirchner Pfarrer Johann Erasmus Ziegler weigert, die Seuchenopfer am Pfarrfriedhof zu bestatten, werden sie im danebenliegenden Gaßlwäldl beerdigt.

Die Bürger von Grieskirchen, von Unruhe und Angst ergriffen, drängen in die Martinskirche, wo der Pfarrer Josef Anton Griesmiller, sich als guter Hirte um das Wohl seiner Schafe sorgend, hoch oben auf seiner Kanzel, mit drohenden Worten, sie mahnt: „Tempore pestilentie penitencia et confessio medicamentis ceteris preferantur“. „Zu Zeiten der Pest, ziehe Buße und Beichte der Medizin vor! Keine weltliche Macht, weder Kaiser, noch Ärzte oder gar ein Bader, darf die Allmacht Gottes in Zweifel ziehen. Die große Pestilenz ist die Strafe Gottes für all diejenigen unter euch, die ein Leben in Sünde führen. Nur wer, im Angesicht des Todes, wahrlich Reue zeigt und für die Vergebung seiner Sünden betet und Buße tut, der wird von der Geißel Gottes verschont bleiben!“. Worauf Hochwürden seine verschreckte Herde mit Weihwasser besprengt und spurlos aus der Stadt verschwindet.

Bald darauf tritt Nikolaus Mayr, als neuer Pfarrer von Grieskirchen, sein Amt an, indem er jedoch nur für kurze Zeit verbleibt. Die Vermutung liegt nahe, dass sich dieser die göttliche Vergebung der Schuld, von Bürgern, mit klingender Münze bezahlen ließ, denn schon im Jahr darauf, reicht der Stadtrichter Ferdinand Niedmayr gegen ihn beim Propste in St. Nikola Beschwerde wegen Überschreitung der Stolordnung ein— Entgelt, welches für Hochzeiten und Todesfälle zu entrichten war.

Roman Grienberger, Bürgermeister von Grieskirchen, aus einer angesehenen und wohlhabenden Weberdynastie abstammend, residiert in dem von Gundacker von Pollheim vor 100 Jahren erbauten Haus Nr. 7, welches, über einen Schwibbogen, unter dem der Viehbach Richtung Roßmarkt fließt, mit dem Nachbarhaus verbunden ist.

Es ist früher Nachmittag, als er vor seinem Haus steht und hoffnungssuchend, seinen sorgenvollen Blick auf das Bildnis der „Maria vom guten Rat“ lenkt, welches über dem sogenannten „Teufelsloch“ gemalt wurde, durch dass, glaubt man einer alten Sage, der Leibhaftige selbst, gefahren war. Er wendet sich um und blickt in die angsterfüllten Gesichter der versammelten Bürgerschar von Grieskirchen, die seinem Ruf gefolgt und zahlreich erschienen waren. Ihm zur Seite, steht der Hauptmann der Bürgerwehr, daneben der Schulmeister und Organist Carl Haslinger und der Bader Franz Fuxthaler, der das Baderhaus bei der Hundsstiege betreibt.
Die Rede des Bürgermeisters
„Bürger von Grieskirchen! Nicht zum ersten Mal droht die Seuch unserer geliebt Stadt. Vor beinah 40 Jahr kam sie vor die Tore unser Heimatstadt, doch wurdt der Eintritt ihr versagt. Der weise Rath der Stadt hat in den alten Schreiben nachgelesen, was man damals hat gegen sie angewandt. Und deshalb wollen wir euch raten und — befehlen! Merket auf!

Es ist die Unreinheit, die anzieht die schecklich contagiose Seuch, die auch in hiesigen Land, jenseits der Traun schon ihre Opfer nahm. Deswegen sage ich euch. Waschet euch oftmals im Tage mit Essigwasser und seifet und putzet euer Haus, euer Hausgerät von oben bis unten! Zur früh, mittag und abends Zeit, nehmet einen Strauch von Cranwäth Pörn (Wacholder) und dergleich Wipfl von Pockshorn, Pocksbern oder Hurfschitten und machtet Rauch in eurem Hause. Und nun bedenket, wie wichtig der Gehorsam ist! Wir Stadtväter werden Tag und Nacht wachen über euch und die Stadt. Der edle Hauptmann unsrer Bürgerwehr hat Befehl erhalten niemandt ohne Pestschein in unsre Stadt zu lassen, auf daß auch kein einzger fremdt Bettler, noch ortsfremdt Gesindel eingelassen werdt.

Auch an den Kaufmanne, den Cramern, den Fleischhackher oder anderen Bürger Understhen will ich mein Wort richten, so daß er es befolgt und kein Klaidtung, Vieh oder anderes Sach aus ausgestorben Häusern zu erkhaufen denktet, da auch dies ein Kontagion der Seuch ist. Hütet euch bei Leibestraf davor, sonst wird die erkhaufte Wahr unverschont verbrennt.

Da die Kontagion an mehrsten da zu fürchten ist, wo viele Leut beisammen sein, so befehle ich, daß von heut ab nicht mehr besucht werden dürfen: Wirtshäuser, Versammlungen, Tanz und Wallfahrtsort! Daß von heut ab verbothen sein, alle feierlich Prozessionen und öffentlich Predigt, daß kein Hochamt mehr dürfe abgehalten werden, nur stille Meß und daß auch zum Rosenkranz die Leut in den Häusern sich nicht mehr dürfen zusammenfinden – bei Todesstraf! Es geschieht mir hart, daß ich dieses befehlen muß, aber es ist zu eurem Besten! Suchet den Trost im stillen Gebete in eurem Kämmerlein!

Morgen schon werden euch die Bader sagen, was ihr an Tränklein und Salben einkhaufen sollt. Rüst euch mit Knoblauch und Wachholderbeeren aus, richtet Essigwasser und ungelöscht Kalk vor! Noch ist sie nicht da, aber wenn die Seuch euch ins Haus khommet, so folget streng den Vorschriften! Bindet essiggetränkte Tücher um Mund und Nase, reichet den Kranken das Essen an einem Stabe oder mit einer Zang, meidet Red und Umgang mit den Nachbarn und laßet euchs nicht einfallen, Betten und Gewand eines an der Pest gesiechten wieder zu verwendten. All das muß verbrannt werdt, und wenn euch noch so leid darum wär.

Wann aber, welches Gott gnädig verhüten wohle, ein oder andere Person erkranckhen sollt, ist solches dem Stadtgericht alsobalt anzudeuten, welches dann Anstalt machen wirdt, solche Kranckhen von den Gesundten abzusondern. Jede Person sollte jeden Tag Cranaweth Pör, Maister- und Angelikawurzn und den Theriac nüchtern geniessen.

So, nun habt ihrs gehört, was ich beschlossen hab, der leidigen Seuch Eintritt und Verbreitung zu wehren. Da das beste Mittel dagegen sein sollt, ein fröhlich Gottvertrauen und ein unverzagtes Herz zu haben, so vernehmt meinen letzten Befehl: Gehet heim, tut, wie ich gesagt, und — fürchtet euch nicht!“

Nachdem die Bürgerschar von Grieskirchen die mahnenden Worte und Befehle des Bürgermeisters vernommen hatte, zerstreut sich die Menge. Der Hauptmann eilt davon, um die, an jedem Stadteingang aufgestellten Wachen, zu kontrollieren. Der Bader verabschiedet sich dankend mit einem Handschlag vom Bürgermeister und eilt in sein Baderhaus zurück, vor dem die Kundschaft schon zahlreich auf ihn wartet.

Für den Fall dass die Pest in einen unglücklichen Menschen gefahren sei, empfiehlt der Bader, als Wunderarznei, das Auflegen einer in Essig oder Wein eingelegten, aufgespießten Kröte, auf die Beulen. Um das Gift aus den Pestilenzbeulen auszuziehen rät er, Hühnermist mit Eiklar zu einem Pflaster zu verrühren und es warm aufzulegen. Manche schwören jedoch auf ein Gemisch aus Hühnerkot und Krötenlaich, oder Knabenurin und Knoblauch. Um sich vor der Pest zu schützen, rät der Bader seinen angsterfüllten Kunden, zum ständigen Kauen von Wacholderbeeren oder der Angelikawurzel, die wegen des hohen Bedarfs zu astronomischen Preisen gehandelt wird.

Wer es sich leisten kann, kauft Theriak, das seit fast zweitausend Jahren bekannte, mystisches Heilmittel gegen so ziemlich jedes Ach und Weh, welches schon der griechische Arzt Galen in den Himmel lobte. Es enthält je nach Leiden, Tradition, Rezept und vor allem dem Geldbeutel des Patienten, bis zu 300 Kräuter, Wurzeln, pflanzliche und tierische und manchmal andere, ganz spezielle, Ingredienzen. Neben den „magischen“ Zutaten wie Entenblut, Biberhoden, Schlangen- und Krötenfleisch, ist dem Theriak auch eine ganze Menge Opium zugesetzt, weshalb dem Patienten, unmittelbar nach der Einnahme, eine wohlige Wirkung erfährt.

Wer jedoch den stärksten und potentesten Theriak erstehen will, der muss nach einer besonderen Ingredienz Ausschau halten: Mumia Alapastica. Diese Zutat ist weder eine Wurzel, noch wächst sie an einem Strauch oder Baum, ist weder ein Gewürz, noch ein Öl oder Mineral. Mumia ist das Elixier des Lebens, welches, schenkt man den Ärzten, Apothekern oder den stichhältigen Beschwörungen des Bader Glauben, schon im alten Ägypten den damit Einbalsamierten ewiges Leben verlieh.

Paracelsus empfiehlt zur Gewinnung der Mumia Alapastica, den Leib eines frisch hingerichteten Jünglings, der gesund und nicht über 25 Jahre alt gewesen sein sollte, zu verwenden, und am besten erhängt, gepfählt oder gerädert worden ist. Rothaarige verleihen dem Rezept eine besondere Kraft und Stärke wegen deren „mercurialische Komplexion“. Es bedarf einer besonderen Methode zur Zubereitung dieser wertvollen Ingredienz: Stelle den Leichnam für einen Tag und eine Nacht an die Sonne und an den Mond. Dann schneide ihn zu kleinen Stücken und bestreue sie mit pulverisierter Myrrhe und ein wenig Aloenpulver. Sei vorsichtig, denn zu viel Aloe macht die Fleischteile bitter. Bespritze die Teile mehrfach mit destilliertem Branntwein und lasse sie über 6 oder 8 Tage, aber niemals 7, liegen. Fädle die kleinen Fleischteile nun auf eine Schnur und setze sie, wie die Wäsche, der Sonne aus, bis das Fleisch getrocknet ist. In ein Glasgefäß, gefüllt mit mehrfach destillierten Branntwein, gib die Fleischteile hinein, und stelle es in Dunkelheit und bei “gelinder Wärme” ruhig , bis der Branntwein sich rötlich färbt. Schütte ihn ab und übergieße das Fleisch erneut. Wiederhole dies solange noch eine Rotfärbung erfolgt. Die gesamte Extraktion, in welches das Fleisch versetzt wird, koche solange, bis ein dicker Saft entsteht, dann erhältst du das Kostbarste vom Kostbaren, das Menschenschmalz, welches du dem Theriak zugibst.

Falls der Leser, durch die Lektüre neugierig geworden, selbst einmal Theriak probieren will, so ist dieser mit Sicherheit in den meisten örtlichen Apotheken erhältlich, wo er heute unter dem Namen „Schwedenbitter“ verkauft wird. Allerdings ist jener — glaubt man den Worten des Apothekers — frei von Schlangenfleisch, Biberhoden und Menschenschmalz. Auch Opium wird man vergeblich darin suchen.

Die Pestopfer von Grieskirchen
Michael Pühringer, der erste Chronist der Stadt, widmet in seinem 1882 erschienenen Buch „Geschichte von Grieskirchen und Umgebung“ ein Kapitel der Pest. Darin schreibt er: „Zu Grieskirchen starben anno 1713 154 Personen und bis Ende Juni 1714 wieder 103 Personen“. Da die Einträge in dem Sterbebuch von Grieskirchen keine Todesursache erwähnen, vermuteten spätere Chronisten, dass ihm andere Quellen zur Benennung der genauen Pestopferzahlen zur Verfügung gestanden haben mussten. Doch ein Blick in das Totenbuch von Grieskirchen zeigt sehr schnell den Irrtum, dem sie aufgesessen waren. Aus welchem Grund auch immer, zählte Pühringer sämtliche Sterbefälle des Jahres 1713 bis zum Juni 1714 zusammen und erwähnte diese Zahl in dem Pest Kapitel seiner Chronik. Dadurch entstand das falsche Bild, dass damals das große Sterben 257 Grieskirchnern das Leben gekostet hatte.

Um genauer sagen zu können, wie viele Menschen in Grieskirchen nun wirklich dem Schwarzen Tod zum Opfer gefallen sind, ist eine statistische Herangehensweise sinnvoll. Obwohl in den Jahren 1712/13 eine Hungersnot in Oberösterreich viele Tote forderte, ist es trotzdem möglich, eine langjährige monatliche Mortalitätsrate zu ermitteln und die Daten miteinander zu vergleichen.

Aus Totenbüchern mancher Pfarren der Umgebung, in denen die Pest als Todesursache erwähnt wurde, sehen wir, dass in Michaelnbach, Peuerbach, Gunskirchen und Meggenhofen, die Seuche erst ab August bzw. September 1713 auftrat. Im Grieskirchner Sterbebuch sind im September 6 und im Oktober 9 Begräbnisse vermerkt, welches dem langjährigen Schnitt entspricht. Doch am 10. November 1713, an welchem vier Begräbnisse stattfanden, beginnt auch in Grieskirchen das große Sterben. 16 Tote wird der Pfarrer bis Ende November in das Totenbuch eintragen und 11 Begräbnisse im Dezember— doppelt so viele wie durchschnittlich zu erwarten wären.

Da die Neuansteckung in der kalten Jahreszeit abnimmt, sinkt auch in Grieskirchen die Anzahl der Toten, so dass die Sterberate von Jänner bis März 1714 sogar ein wenig unter dem langjährigen Mittel liegt. Doch im April, mit Beginn des Temperaturanstiegs, beginnt auch die Zahl der Toten dramatisch zu steigen: 31 Leichen werden im April gezählt und 25 im Mai.

So plötzlich, wie das große Sterben im November 1713 begann, so plötzlich hört es Anfang Juni 1714 wieder auf. Zählt man nun die Toten, die über dem langjährigen monatlichen Durchschnitt liegen, zusammen, so kommt man auf eine Zahl von 44 Toten, die mit großer Wahrscheinlichkeit in Grieskirchen Opfer der Beulenpest wurden.

Wer waren die Pest-Toten von Grieskirchen?
Unter den, während der Pestzeit in Grieskirchen Verstorbenen, findet sich Joseph Rauch, damaliger Bäcker in Grieskirchen. Auch der örtliche Fleischhacker verstarb während dieser Zeit. Hannß Hoffer, Rosshändler in Unternberg verlor sein 6 Jahre altes Kind und auch der Bürgerliche Bierbrauer Herr Reichhardt Obauer musste den Verlust seiner 6 Monate alten Tochter, Maria Catharina, beklagen. Georg Prandtmayer, ein „Stum Bur(sch)“ starb im Alter von 30 Jahren. Mit Palthasar Ützenpruner wurde ein Leinweber zu Grabe getragen und Parz verlor seine „geweste Hoffwirthin“ Anna Maria Scherer. Jacob Weitzhoffer, „ein Wachter allhier“ könnte einer der Wächter gewesen sein, dem die verantwortungsvolle und gefährliche Aufgabe zufiel, die Stadt zu schützen. Thomas und Sabina König aus „Under der Leithen“ wurden beide am 6. Mai begraben und können mit größerer Wahrscheinlichkeit zu den Opfern der Pestilenz gezählt werden.

Die Pest im 21. Jahrhundert
Wenn man glaubt, dass die Pest ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten sei, so ist diese Annahme leider unrichtig. Auch heutzutage treibt Yersinia pestis, das Pestbakterium, noch in vielen Teilen der Welt sein Unwesen und fordert seine Opfer. Jährlich werden der WHO ungefähr 1000 bis 2000 Pestfälle pro Jahr gemeldet, die Dunkelziffer liegt allerdings viel höher. Starben damals innerhalb nur weniger Tage, noch 95 % aller unglücklich an der Pest erkrankten, sind es heute nur mehr 1 %, da bei rechtzeitiger Erkennung, Antibiotika die Infektion sehr wirksam bekämpfen können.

Wer jedoch der modernen Medizin misstraut, der hat hoffentlich in diesem Artikel, einige Hausmittel und Ratschläge gefunden, um für den Fall, dass die Beulenpest wieder in unsere Heimat kommt, bestens gewappnet zu sein. Auf Menschenschmalz sollte man jedoch verzichten.

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