Der Schmerz der Verdammnis brennt in meiner Brust, zerfrisst die Vergangenheit wie das Salz des Meeres meine Haut. Meine Heimat, zu Asche verfallen, trägt der Wind der Ferne mit sich. Die Erinnerung an eine Kindheit, die keine war, löst sich auf in der Zerstreutheit des hingeworfenen Lebens eines Verbannten. Erst langsam fange ich an wieder zu Atmen, befreit von der Enge des Denkens einer Provinzstadt, welche mir die Luft zum Atmen nahm. Das Reich der Mutter auf Geltungssucht gebaut, von Neid und Gier eisern zusammengehalten und durch Hass gestärkt. Die Monotonie einer Herrschaft, die keinen Widerspruch duldete. Farblos, bitter und kalt. All dem bin ich nun entflohen worden, gedrängt in ein Leben im Abseits ihrer Welt aus falschen Spiegeln und modrig alten Nerzen, hinausgeworfen der leibliche Sohn aus dem Elternhaus der Konformität, geleugnet seine Existenz, geheuchelt ihr Verständnis seiner unbändigen gierigen Lust, die Freiheit in der Weite anderer Länder zu suchen und dort zu bleiben, am Ende der Welt. Verstummt und fern verhallt seine Stimme, nicht länger erreicht sein Klagen ihr mit Vergessenheit geschmücktes Schloss im Zentrum der Stadt. Seine Existenz un-getan und verleugnet, vergessen, ausgelöscht die Erinnerung an sein Sein. Totschweigen im Banner der neuen Dynastie einer gereinigten Familie, die nur mehr ihren Mutterwillen kennt und Warnung an die erst-zu-geboren-Werdenden den Geist mütterlicher Bestimmung über Generationen in die Tradition der Zeit hineinzutragen. Die Heiligkeit ihrer Mutterschaft als Ahnenerbe und Fackel im Sturm drohender Veränderung. Ihr Gedächtnis eingebrannt in die Historie einer Stadt, in welche sie einst als Fremde gekommen war um sich in ihr und mit ihr über sie zu erheben. Ihr Schein allein besiegt das Sein, die einzige Wahrheit ist die unausgesprochene. Die Unumstößlichkeit ihrer Lebensregeln als Frage der Ehre, Gleichschaltung das Prinzip. Auslöschung durch Schweigen all derer, die es wagen sich ihrer herrschaftlichen Gnade zu widersetzen um „anders“ zu sein. Denn es gilt nur ihr Wort und ihr Wort ist Gesetz, die Wahrhaftigkeit ihrer Taten und Strafen gottesgleich unter Marias Gnaden. Am Scheiterhaufen der Starrsinnigkeit ihrer Herrschaft verbrannte sie ihren eigenen Sohn, opferte ihn ihren Göttern der Geltungssucht, Eitelkeit und Macht.

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