Aus dem Dunkel der Zeit ins geschriebene Wort kommt Wolfgangen Trauner an den Ort zu Fusse des Hügels der einst die verfallene Burg Chapellen trug. Ein kleines Gotteshaus anbei, was kapella heißt. Capella zu Chapellen, aus Kappeln Kaipling und Kappellenn zu Khapelln, dann Cappeln, Khappelen zu Capell und Capeln zu Capellen, ein Kappeln das dann zu Kappling wird. Item auf dem Traunerguet Zu Cappelln, welches guet gleichssfalls mit Oberigkhait in das Khayserlich Spittall zu Wellss gehort. In allem getraidt ganzen Zehent. Gellt Silbenschilling fuenffzechen Phening 7 S 15 K, Khorn Sechzechen mezen, Habern sechzechen mezen, Wayr Anderhalb mezen, Gerstn Anderhalb mezen, Stifftgelt Zwenomiddryssig Phennig. Item die an der Guete zu Capeln darauf Wolfgangen Trauner sitzt Dienst. Entrichtet sein Entgelt und Schuld und wird von da an der Trauner zu Capeln genannt, der erste seiner Art. Zwei Söhne hat er, Jacob und Hanns. Beide nehmen sich Frauen namens Maria, doch soll Hanss es sein, der den Hof übernimmt und zum Trauner wird, zwei Söhne, Sigmundt und Mathias zeugt, während Bruder Jacob einer Tochter Maria, Vater wird, die am 29. März 1623 ins Gunskirchner Taufbuch geschrieben. Den 29. März 1623 ist ein Kind mit Namen Maria durch mich Johann Moncatti Pfarrherr daselbst getauft worden. Der Vater heißt Jacob Trauner, die Mutter Maria. Seind die Gevatterin Maria Miglin zu Baumgarten. Am 14. Juni 1683 wird sie als des Trauners Schwester zu Waltenperg begraben. Schwester. Jungfrau. Lesbisch Blut. Hanss Trauner zu Capellen quittiert anstatt Ux. Maria ihren Gerhabern das mütterliche Gut der gestorbenen Ursula, Frau des Hannss Khasers zu Moss, noch am Leben, ein Betrage von 50 f. Sigmundt übernimmt den Hof, wird zum dritten Trauner und tut gut daran sich mit Barbara Guggenberger aus Braunau am Inn ehelich zu verbinden, die ihm drei Söhne gebiert: Joannes, Sebastian und Simon. Sigmundt Trauner zu Capeln anstatt uxoris Barbara Hanss Guggenberger zu Guggenperg im Namen seiner Ehefrau Susanna. Bruder Matthis ehelicht Rosina Kranzl aus Oegg und zieht nach Waltenperg. Sponsus Mathias deß Verstorbenen Hansen Trauners zu Capell und Mariae seiner hinderlassner Haußfrawen Ehlicher Sohn. Die Braut Rosina deß Michaelen Kranzls am ögg und und Margarethae seiner Verstorbenen Haußfraw. Ehliche Tochter Sametlich in Gunskircher Pfar. Vom Traunergut zu Fuss übers Feld, ein paar Minuten nur, ein Steinwurf auf die Anhöh rauf. Als Sigmundt stirbt verpachtet sein Bruder Mathias zuerst das AnderGuett zu Cappeln, wert Ainhundert Gulden vorherr Herr Hieronymus Ledermayr und Margaretha seiner Hausfrau, die das Gut ein Jahr lang auf Pacht gehabt hatten und eine Hypothek auf eine Wiese aufgenommen hatten. Und Anno 1667 am Tag des heiligen Bartholomai nach verkhauffung besagter wiesen widerum alles voellig abgestattet und bezahlt, wurde das Guetl aber daraufhin zu abzahlung anderschidlich anerwerttiger Schuldtporsten, gelichen worden, hiervor sich jaehrlich das Interesse: Sechs Gulden alzeit zu Mariae Verkuendigung verfult, Vermoeg Schuldbrieffs von dato fuenfundzwainzigsten Monatstag Marty als am Fesst under Lieben frawen Verkuendigung, in dem Ainthausand Sechshunder Neund und Sechzigsten Jahr, zur Begleichung verschiedener anderer Schulden 1669 dem Sigmundthen Huebmer, sesshaft auf dem Guett zu Cappeln und Anna seiner Ehewirthin, geliehen worden war, welche die Pacht ans Kloster abführten. Doch heunt dato den 1. Marty Anno 1681 hat Wolf Schueller zu Capeln Clsterischer Unterthan Anna seine Ehewirthin, Erlegung des Interesse, auch an seine abstehenden auf seinem Gueth zu Capeln Liegenden 100 f Capital abgelegt und bezahlt an hundert Gulden. Pro memeria. Aldann wurde der vermögende Wolf Schuller der neue Trauner, doch Mathias behält sich so manchen Acker. Hierzu muss Mathias Trauner auf dem Guett zu Waltenperg, wegen der von hirobstehendem Guett, sonsten das Trauner Guett genannt, herdan khommende Gruendte zuertragen fünf Gulden. Der Wolfgang Schueller aber ist schuldig zugeben die ubrige 4 f 2 S 17K. Geld 7 S 15K, Waitzen 1 1/2 mezen, Khorn 16 mezen, Gerste 1 1/2 mezen, Habern 16 mezen, Stifftgelt 1 S 2 K, Robothgelt 1 f 2 S, Steuer 4 f und Rustgelt 3 f mit einem Gesamtwert von 9 f 2 S 17 K. Nicht einmal 10 Jahre sollt das Schicksal ihm die Traunerehr sein lassen. Als Wolff Schueller stirbt, tritt Philipp Krautter in das Leben der Witwe Anna. Den 12. Juny 1691 ist Philipp Krautter, deß Paul Krautter zu Kottingreith, Barbara dessen Ehewirthin ehelicher Sohn, mit ser Anna deß Wolff Schueller seel. am Trauner Gueth zu Cappeln hinderlassene Wittib copuliert worden. Zeugen sein Abraham Huebmer, und Hanß Eder.  Krautter wird der fünfte Trauner. Das Guett zu Capeln nun von Traunern und vom Glück verlassen, so dass Simon die Ursula Hinterleitner auf dem Hof zu Waltenperg heiratet, sein Bruder Joannes eine Madgalena, der am 29. September des Jahres 1646 eine Barbara entsprang und Sebastian seine Martha, die Jakob am 6. Juni 1648 das Licht der Welt schenkt. Sechs Kindern gebiert Ursula die Traunerin, ein Geschlecht so stark es scheint und doch auf nichts verschwinden wird. Johann, Margareta, Simon baldger Gemahl der Anna Schueller, Maria und Wolfgang, Zwillinge deren Schicksal sie 17 Tage auseinanderreißt, ein Wunder, ein Fluch, gar Segen, der jüngere Bub erst am 10. Mai die Welt erblickt. Und dann noch der Sebastian, als sein Vater schon steht im 30. Jahr und Mutter 32 ist, am 7. Mai geboren, letztgeborener Sonnenschein in Mutters Herz. Trauner zu Mostall wird Sebastian bald benannt, das Glück scheint hold, als er am 5. Oktober 1665 die Barbara Wierlinger zur Frau sich nimmt und acht Kinderlein bald aus ihr purzeln werden. Doch dann, man ahnt es noch nicht, kommt der Tod und nimmt sich auch den Trauners an. Sigmundt geht am 15. März im 76. Jahr des Herrn, der alte Thrauner folgt im Oktober 1679. Der Trauner Wastl wird kurz vor der Jahreswend zu 1683 unkatholisch zu St. Petter begraben. Die Traunerin verlässt am 7. des November 1687 Gottes Erde. Am 7. des April, nur 4 Jahr später wird der Trauner zu Cappeln zu Grabe getragen. Sebastians Großonkel Mathias, bettelarm, geht als mendicus zu Waltenberg zu Grunde. Verlustig gegangen des Glücks des letzten zu sein eines hoffnungslosen Geschlechts schließt Sebastian als armer Mann zu Mostall am 16. Februarius 1700 seine Augen. Drachenflügel kreisen über ihm, zerstreut sind seine Kinder in der Zeit. Nur vier Monat später, fast auf den Tag dann auch Witwe Barbara: Copulatus est honestus sponsus et viduus Michail Hager.

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