Nürnberger Kriegsverbrecher, Nazi-Bürgermeister, Ortsgruppenleiter und ein Denunziant— alles Begriffe, die man nicht leichtfertig in Verbindung mit einer ehrwürdigen ländlichen Vereinssparkasse mit beinahe 150-jähriger Geschichte stellt. Doch gerade wegen ihrer bewegten Geschichte, die sich vom alten Kaiserreich über einen „Staat, den niemand wollte“, bis hin zum Schrecken einer NS-Diktatur in unsere Zeit erstreckt, lohnt es sich auf das Leben, die Gesinnung und das Handelns einzelner Mitglieder des Sparkassenvereins Grieskirchen zu blicken— epochale Spiegelbilder einer vom Nationalitätenhass, Wirtschaftskrise und Kriegen geprägten stürmischen Zeit unserer oberösterreichischen Heimat.


Ein unscheinbarer Artikel in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ vom 11. Oktober 1945 birgt scheinbar unfassbares, heutzutage nur schwer begreifliches, eine Frage der „österreichischen Gesinnung“ einiger der angesehensten Familien von Grieskirchen vor dem Hintergrund der rauchenden Trümmer einer siebenjährigen nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. „Die Sparkasse Grieskirchen (gegr. 1872) ist eine der ältesten Vereinssparkassen Oberösterreichs. Sie unterhält Zweigstellen in Neumarkt i. H., Bad Schallerbach, Hofkirchen a. Tr. und eine Wechselstelle in Gallspach. Nach der Befreiung Österreichs durch die alliierten Truppen wurden zunächst alle politisch nicht mehr tragbaren Funktionäre der Sparkasse aus leitenden Stellen entlassen und die Führung des Institutes Männern anvertraut, die eine österreichische Gesinnung gewährleisteten. Hiebei wurde insbesondere darauf Rücksicht genommen, dass im Gegensatz zu früher möglichst alle Berufsgruppen vertreten sind. Das Entgegenkommen des hiesigen Befehlshabers der alliierten Militärregierung und die rasche Durchführung der von der Militärregierung Österreich angeordneten Massnahmen ermöglichten es der Sparkasse, ihren Geschäftsbetrieb in ihrer Hauptanstalt schon am 4. Juni wieder aufzunehmen. Auch die Zweigbetriebe Neumarkt, Bad Schallerbach und Gallspach konnten bald wieder eröffnet werden.“


Die Anfänge als „Sparkassa Grieskirchen“


Um verstehen zu können, warum 1945 alliierte Truppen einen Großteil der Mitglieder des Sparkassenvereins Grieskirchen und ihrer Leiter verhaftete und zur Entnazifizierung in ein Lager steckte, warum sich dieses traditionsbewusste ländliche Institut mit den Namen von Kriegsverbrechern und stadtbekannten Nazi-Bonzen brüstete, muss man viele Generationen in der Zeit zurückgehen, weit zurück bis ins 19. Jahrhundert. 1872, im Gründungsjahr der Sparkasse Grieskirchen prangt ein, gerade erst aus seinem Ei geschlüpfter, doppelköpfiger Adler, als Hoheitszeichen einer k. u. k. Habsburger Monarchie unter dem traditionsverhafteten Kaiser Franz Joseph I., dessen Machtanspruch imperialer Gewalt schon längst angefangen hatte, unter seinen gesalbten Händen zu zerbröseln. Ein Vielvölkerstaat, in dem sich deutsche und slawische Nationalitäten um ihr „alleiniges“ Anrecht auf ein Fleckchen Heimat stritten, ein gefährlicher Konflikt, der sich durch das unvermeidliche Fortschreiten der Demokratisierung des Wahlrechts und dem— bisher von den Herrscherhäusern unterdrückten— Nationalismus der Völker zum tödlichen Tsunami des Nationalismus aufbäumt, welcher schon bald Europa in Schutt und Asche legen wird.
Anfang der 1860er Jahre regt der Kaufmann Johann Reiter die Gründung einer „Sparkassa Grieskirchen“ an, welche jedoch lange Zeit am Widerstand einiger reicher Bürger scheitert, die das Geldverleihgeschäft in Händen hatten und zu verhindern wussten, dass die Stadtgemeinde Grieskirchen die Haftung für den Garantiefonds übernimmt. Dank des unermüdlichen Einsatzes des Grieskirchner Notars Dr. Karl Lötsch wird endlich im Jahre 1872 die Sparkasse als Vereinssparkasse gegründet und nimmt am 1. Juli 1872 ihre Geschäfte auf. Bei der konstituierenden Versammlung der „Sparkassa in Grieskirchen“ werden die Herren Heinrich Breymann zum Vereinsvorsitzenden und Georg Hubinger zu dessen Stellvertreter gewählt und Dr. Karl Kaltenbrunner, Johann Reiter, Johann Genner, Johann Mauhart und Dr. Karl Lötsch zu Direktoren ernannt. Den Sitzungsaal der Sparkasse, deren Amtsräume ursprünglich im Haus Grieskirchen Nr. 1 und später im alten Rathaus untergebracht waren, schmücken Porträts der ehrwürdigen Gründungsväter, auf welchen sich auch Matthias Ammer, Alois Augustin, Georg Fuchshuber, Leopold und Josef Göttner, Johann Hager, Thomas Klausmayr, Michl Pruckmair und Matthias Winkler ein malerischen Denkmal setzen ließen.


Unter dem Symbol der „Sparkassa“, einem Bienenkorb und dem passenden Motto: „Arbeite, sammle, vermehre“, gedeiht das Verleihgeschäft der Sparkasse prächtig. Die österreichische Wirtschaft und Kultur erlebt um 1900 eine Blütezeit, während sich das Kaiserreich auf Grund des „Nationalitätenhaders“ oft nur mehr „fortwurschtelt“. Das Vertrauen der Grieskirchner Bürger in die neue Landeskasse wächst, sie tragen ihr mühsam Erspartes auf die Bank, nehmen günstige Kredite auf, um ihre Häuser zu bauen und wiegen sich in einer Zeit, welche später als „Wiener Moderne“ bezeichnet werden sollte, mit Gottvertrauen und Hoffnung in den reformresistenten alternden Kaiser, in realitätsverweigernder Sicherheit und traditionsbewusster blinder Ergebenheit.
Nach dem Tod des Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Grieskirchen, des weit über die Grenzen des Landls angesehenen Rechtsanwaltes Dr. Hans Ritter Peyrer von Heimstätt, der im Alter von 61 Jahren am 13. September 1908 seinem schweren Herzleiden erlegen ist, übersiedelt im Jahr 1909 das Institut in das neu erbaute Sparkassengebäude in Grieskirchen Nr. 17 (heute Stadtplatz 14), neben welchem sich das, bei der Bevölkerung beliebte und geschätzte Brauhaus Grieskirchen, befindet. Die „Linzer Tages-Post“ berichtet: „Von seiten der Sparkasse Grieskirchen wurde dem Musealverein zur Unterbringung der Sammelobjekte ein geräumiger Saal im erstenStocke des neuen Sparkassegebäudes in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt, welcher sich zu dem gedachten Zwecke vorzüglich eignet.“


Der „Deutsche Schulverein“


Ebenfalls in der „Linzer Tages-Post“ ergeht am 29. Mai 1913 ein Aufruf zur Sammlung von Unterschriften an „Deutsche Oberösterreicher und Deutsche Bewohner der Landeshauptstadt Linz!“. Auf der Titelseite schwört das Blatt das Schrecken-Szenario eines jeden deutschvölkisch empfindsamen Bürgers jener Zeit herauf, spricht davon, dass die „Zahl der tschechischen Arbeiter, Handwerksgehilfen und Staatsangestellten in den Städten und Industrialorten im Steigen begriffen ist und dass auch auf dem flachen Lande immer mehr Bauerngüter in tschechische Hände übergehen und vielfach geschlossene Siedlungen entstehen“. Man vermutet, dass „diese Einwanderung nach einem wohlangelegten Plane vor sich geht und sich das Tschechentum vorbereitet hat, unserem Kronlande den reindeutschen Charakter zu nehmen“ und warnt jeden deutschen Oberösterreicher, dass dieser Gefahr rechtzeitig begegnet werden müsse. „Es gilt der Kampf um unsere Muttersprache, denn wer nicht verdrängt sein will, muss sich zur Wehre setzen!“ lautet die Forderung auf einer Massenpetition, mit der man hofft in den Kronländern zwei Millionen Unterschriften aufzubringen. Neben Vertretern des „Deutschen Volksbundes für Oberösterreich“, zahlreichen Frauen-Ortsgruppen wie „Südmark“ oder „der Ostmark“, dem „Alldeutschen Verein“ und dem Verein „Deutsche Heimat“ unterstützt auch der „Deutschen Schulverein“ diese Unterschriftenaktion.


Das traditionsverhaftete, „deutsch-identitäre“ Denken der ehrwürdigen Direktoren und Vereinsmitglieder der Sparkasse Grieskirchen zeigt sich anhand eines Beschlusses der Sparkasse im Jahr 1909 zur Zeichnungs-Erklärung für eine sogenannte „Rosegger-Stiftung“ des 1880 gegründeten Deutschen Schulvereines, zu welcher das Institut eine Spende von 2000 K beisteuert. Dem berühmten Spendenaufruf „2.000 Kronen mal 1.000 sind 2 Millionen Kronen“ des steirischen Heimatdichters Peter Rosegger folgen neben der Sparkasse Grieskirchen und weiteren Spendern auch der „Verein deutscher Studenten Erz“ in Leoben, der „Verein deutscher Salzburger Studenten in Wien“ oder auch die Ortsgruppe „Theodor Körner“ des Deutschen Schulvereines in Troppau. Der „Deutsche Schulverein“ (DSchV) ist der Name eines sogenannten „Schutzvereins der Deutschen“ in allen Kronländern der Österreichischen Reichshälfte, welcher aktiv die Stärkung des Grenz- und Auslandsdeutschtums unterstützt und vor allem in Böhmen, Mähren, Österreich-Schlesien, in Galizien und der Bukowina, der Untersteiermark, Krain sowie im Küstenland tätig ist. Ihm gehören Vertreter aller politischer Lager an, wie auch der Gründer der Sozialdemokratischen Partei Österreichs und der Arbeiterzeitung, Österreichs Außenminister und bekennender Anschlussbefürworter an das Weimarer Reich, Viktor Adler. Da im „Deutschen Schulverein“ schon seit Anfang an viele Juden Mitglieder und Förderer sind, kommt es bereits in den 1880er Jahren zu Konflikten mit Anhängern der „Deutschnationalen Bewegung“ eines Georg Ritter von Schönerers, welche die liberale Haltung des DSchV gegenüber Juden prinzipiell stört und die in Folge zur Abspaltung der „Schönerianer“ und Gründung eines „Antisemitischen Schulvereins für Deutsche“ führt.


In Eferding wird am 28. März 1883 in Bocke´s Gasthof die zweite Vollversammlung der „Eferdinger Ortsgruppe des Deutschen Schulvereins“ eröffnet. Die Zahl der Mitglieder der, im Juli des Vorjahres gegründeten Ortsgruppe, ist auf 110 angewachsen. Ein Mitglied und Obmann-Stellvertreter ist der, seit 1868 in die Advokatenliste „Ober-Oesterreichs“ eingetragene und im Jahr 1876 von Grieskirchen nach Eferding übersiedelte, Dr. Karl Kaltenbrunner. Nur wenige Jahre nach seinem Umzug nach Eferding steht er schon 1895 als „Directionsvorstand der Sparcasse Eferding“ vor. Ein Jahr später steigt er zum Obmann der „Ortsgruppe Eferding des Deutschen Schulvereins“ auf und wird 1889 als Obmann des örtlichen Verschönerungsvereins wiedergewählt. Der auch im Sparkassenverein Grieskirchen tätige, eifrige Vereinsmeier Kaltenbrunner unterliegt in der Direktionssitzung der „Allgemeinen Sparcasse in Linz“ dem „Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Ludwig Dosch“ im Februar 1890 bei der Wahl für die sehr hoch dotierte „neucreierte Amtsdirectorsstelle“ ganz knapp. Nur ein Jahr später gewinnt Dr. Karl Kaltenbrunner am 31. Juli 1891 einstimmig die Wahl zum Bürgermeister von Eferding. Bis 1898 fungiert er auch als Direktions-Mitglied der Sparkasse Grieskirchen. Am 24. April 1911 stirbt der einzige noch am Leben gewesene, älteste Sohn des bekannten oberösterreichischen Dichters Karl Adam Kaltenbrunner, plötzlich an Herzlähmung und wird unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und ehrwürdiger Honoratioren zu Grabe getragen.


Nur ein längerer Blick auf die Strömungen dieser Zeit lässt uns das Denken, die Ängste und die Gesinnungen der angesehensten Bürger und Vertreter einer Stadt verstehen, dessen kaiserliches Fundament vermodert und brüchig ist. Nach der Hoch-Zeit der „Wiener Moderne“ beginnen sich dunkle Gewitterwolken am Horizont Europas aufzutürmen, die den lauen Wind der ersten Jahre des neuen, des zwanzigsten Jahrhunderts, in einen immer heftiger werdenden Sturm verwandeln, der mit Revolutionen und Umstürzen, die gottgegebene und mit königlicher Macht gesalbte Weltordnung bedroht. Schließlich kommt es am 28. Juni des Jahres 1914 in Sarajewo zur Entladung. Die serbische „schwarze Hand“ schleudert Blitze flammenden Hasses gegen einen österreichischen Monarchen, Kugeln schlagen in den Leib des Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gemahlin, Sophie Herzogin von Hohenberg zerfetzen seine Halsvene und Luftröhre. Der Thronfolger und Neffe des Kaisers verliert das Bewusstsein und verblutet, auch Herzogin Sophie stirbt bei diesem Attentat. Mit einem Male brennt die Welt wie Zunder, lichterloh, eine Fackel der Zerstörung, ein neuer, ein „großer Krieg“ ist angebrochen, der vier Jahre die Menschheit der Erde an die Grenzen ihrer selbst bringen sollte.


Das Feuer des Nationalitätenhasses


Nach diesem Flächenbrand steht kein Stein mehr auf dem anderen, liegen geköpfte Häupter in der Asche einer abgefackelten Donaumonarchie, unzählige Leichen verwesen in den Giftgasgräben der zerstörten Länder Europas. Am 11. November 1918 verzichtet der Kaiser „auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften“ und entlässt sein Ministerium Lammasch. Doch auch nach dem Machtverzicht des „ehemaligen Trägers der Krone“ Karl I. ist das Feuer des Nationalitätenhasses noch nicht erloschen, es schwelt weiter unter den Trümmern eines zerfallenen Habsburger Kaiserreiches, dessen „Rest-“ bzw. „Rumpfstaat“ weite Teile der Bevölkerung als nicht lebensfähig ansehen.


Die am 30.10.1918 neu gewählte Staatsspitze verpasst am 12. November dem, vorerst „Deutschösterreich“ genannten Staat, die Form einer demokratischen Republik. Man lebt nun in einem „Staat, den keiner wollte“, welchem als erster Staatskanzler Dr. Karl Renner, ein bekennender Antisemit, vorsteht. Der Zusammenschluss mit dem Deutschen Reich— gemeint ist dabei die „Weimarer Republik“— wird von den alliierten Siegermächten 1919 im Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye dezidiert untersagt, was der „deutsch-identäre“ Teil der Bevölkerung als Schande und „Anschlussverbot“ sieht. Den von der konstituierenden Nationalversammlung am 21.10.1919 verbindlich neuverpassten Staatsnamen „Republik Österreich“ empfinden auch gutbürgerliche Grieskirchner als Hohn. Der österreichische Staatskanzler Karl Renner kommt Anfang 1919 auf Schloss Eckertsau im Marchfeld, wohin sich der Kaiser, der nicht ans Abdanken denken will, zurückgezogen hat. Karl I. lehnt es ab Renner persönlich zu treffen, da dieser nicht dem Hofzeremoniell entsprechend um Audienz gebeten hat. Renner lässt daraufhin über Mittelsmänner dem Kaiser ausrichten, dass das geplante Habsburgergesetz, falls seine Majestät gedenke, weder auszureisen noch abzudanken, seine Internierung bestimmen wird. Am 23. März 1919 verlässt Ex-Kaiser Karl I., der als Bedingung gestellt hat, dass die Abreise „in allen Ehren“ zu erfolgen hatte, Deutschösterreich ins Schweizer Exil. Vor dem Grenzübertritt in die Schweiz am darauffolgenden Tag, widerruft der, unter dem starken Einfluss seiner, als Zita Maria delle Grazie von Bourbon-Parma geborene Ehefrau, Kaiser im Feldkircher Manifest seine Erklärung vom 11. November 1918 und protestiert gegen seine Absetzung als Herrscher. Der letzte Schrei eines entmachteten Kaisers, mit habsburgischer Arroganz und Verachtung für das gemeine Volk, wird in Österreich nicht veröffentlicht. Zita erachtet die Wiedererlangung des Throns als eine von Gott auferlegte Pflicht und ermuntert Karl, niemals aufzugeben. Sie begleitet ihn im Oktober 1921 per Flugzeug zu seinem zweiten Restaurationsversuch in Ungarn, der wie der erste ebenso kläglich scheitert. Daraufhin werden beide im Auftrag der Siegermächte mit britischen Kriegsschiffen auf die portugiesische Insel Madeira gebracht, wo sie am 19. November 1921 eintreffen. Gedemütigt und deprimiert stirbt Karl am 1. April 1922 an einer Lungenentzündung.


Mit vollem Galopp in die Weltwirtschaftskrise


Die Wirtschaft Österreichs liegt aufgrund der Kriegsfolgen, der Gebietsverluste und neuen Zollgrenzen am Boden, das Vertrauen in den neuen Staat, sowie auch die Einlagen der Banken und Sparkassen schwindet. Auch vor der Sparkasse in Linz bilden sich lange Schlangen, Menschen drängen in das Institut um ihr hart Erspartes vor der rasenden Geldentwertung zu retten. Erst eine Währungsreform am 20. Dezember 1924 kann die galoppierende Hyperinflation der Krone, 13 Monate nach der deutschen Währungsreform, stoppen. 1 Schilling wird in den ersten Monaten 1925 zum Kurs von 1 : 10.000 gegen die Krone getauscht. Voraussetzung für das Vertrauen in die neue Schillingwährung ist eine, vom rechtsradikal liebäugelnden christlich-sozialen Bundeskanzler Ignaz Seipel— wegen seiner blutigen Niederschlagung der Julirevolte nach dem Brand des Wiener Justizpalastes 1927 auch „Blutprälat“ genannt— verhandelte Anleihe des Völkerbundes, die eine konsequente Hartwährungspolitik zur Folge hatte und dem Schilling bald den Spitznamen „Alpendollar einträgt“.
In Grieskirchen steuert die Vereinsleitung die Sparkasse mit Zuversicht durch die wirtschaftliche Krisenzeit, die im Zusammenbruch der New Yorker Börse am „Black Tuesday“ des 29. Oktober 1929 ihren Höhepunkt findet. Trotz alledem beschließt der heimatliche Sparkassenverein auch dieses Jahr, so wie jedes Jahr, der „Deutschvölkischen Hochschülerhilfe Oberösterreichs“ 10 Schilling zu spenden. Nach Vereinssitzungen sitzt man gemütlich bei einem Krügerl Bier oder einem Achterl Wein beisammen, um in gehobenem oberösterreichischen Dialekt das Spracherbe eines Carl-Adam Kaltenbrunner, Peter Roseggers oder Franz Stelzhammers zu ehren und die althergebrachte Tradition des „Stammtischphilosophierens“ zu pflegen.


Die „großdeutsche Partei“


Am 11. April 1929 hält die Grieskirchner Ortsgruppe der Großdeutschen Partei in „Ruhlands Gasthof“ ihre zweite Wählerversammlung ab und setzt die Namen des Direktionsvorsitzenden der örtlichen Sparkasse, Dr. Hermann Peyrer, neben dem des Sparkassenvereinsmitglieds Martin Matzinger und dem beigeordneten Ratsherren und Sparkassenbeamten Bruno Blumauer auf die „Nationale Einheitsliste“. 1930 erzielt die Wahl der Sparkassenfunktionäre des Grieskirchner Traditionsinstitutes folgendes Ergebnis: Vereinsvorsitzender, der Apotheker Hugo Purtscher, sein Stellvertreter wird Martin Matzinger. Zum Direktionsvorsitzender wiedergewählt wird Dr. Hermann Peyrer, als sein Stellvertreter der Großkaufmann Karl Seiberl. Zu Direktionsmitglieder werden unter anderen Johann Higelsberger, Friedrich Leeb und Franz Eybl aus Neumarkt bestimmt. Am 14. Juli 1932 feiert die Sparkasse Grieskirchen, die seit 1920 auch Zweigstellen in Neumarkt am Hausruck, Bad Schallerbach und die Zahlstellen Gallspach und Hofkirchen an der Trattnach betreut, ihr 60-jähriges Bestehen. Da diese Feier in eine Zeit wirtschaftlicher Not fällt, begnügt man sich damit, eine Festschrift mit Bildern der Hauptanstalt in Grieskirchen herauszugeben und eine Festsitzung im großen Saal der Sparkasse abzuhalten. Der Vorsitzende, Apotheker Hugo Purtscher eröffnet die Sitzung und begrüßt alle Anwesenden, worauf der seit 1919 als Direktions-Mitglied fungierende Dr. Hermann Peyrer „alle hervorragenden Ereignisse während der langen Reihe von Jahren seit 1872, der Festversammlung vor Augen führt. Unter großem Beifall teilt der Vorsitzende mit, dass anlässlich der Feier den Armen der Stadtgemeinde Grieskirchen 1000 S, gewidmet wurden.“


Zeit des „Anschlusses“


Rechte Wogen radikaler Veränderung schwappen 1933 und 1934 vom Deutschen Reich auch nach Oberösterreich über und so mancher deutschvölkisch gesinnter Grieskirchner blickt mit Sehnsucht über die bayrische Grenze, wo sich ein tausendjähriges Deutsches Reich aus der „Schmach von Versailles“ erhebt. Im Februar 1933 erreicht die durch die Weltwirtschaftskrise in Österreich hervorgerufene Arbeitslosigkeit ihren Höchststand; 600.000 Leute sind ohne Arbeit. Die große wirtschaftliche Not im eigenen Land ist der Grund, warum viele Grieskirchner sehnsüchtig ins Deutsche Reich spähen, in dem Hitler 1933 die Macht übernimmt.


Am 12. März 1938 ist der von vielen Grieskirchnern seit Jahrzehnten herbeigesehnte „Tag des Anschlusses“ an das Deutsche Reich gekommen. Der Tag des Einmarsches der Soldaten der deutschen Wehrmacht ist der Auftakt zu einer noch nie dagewesenen Welle von Verhaftungen, Denunziationen und Umfärbungen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, welche in den nächsten Monaten auch die Sparkasse Grieskirchen ganz auf die Ziele des nationalsozialistischen Regimes ausrichten wird. Unter vielen Funktionären und leitenden Beamten der österreichischen Sparkassen hatte bereits vor dem „Anschluss“ eine deutschnationale Gesinnung geherrscht. Auch einige Grieskirchner Mitglieder des Sparkassevereins sind seit Jahren im geheimen „Illegale Nationalsozialisten“ gewesen, doch nun tragen sie mit Stolz Hakenkreuzbinde und NSDAP-Parteiabzeichen am Revers. Diejenigen, deren Einstellung nicht mit den wahnsinnigen und rassistischen Idealen des Führers Adolf Hitlers übereinstimmen, müssen auch im Sparkassenverein Grieskirchen ihren Sessel räumen.


Der Sparkassenverein wird braun eingefärbt


Der bekannte Grieskirchner Historiker und Autor Johann Großruck berichtet in seinem detailreichen, und hervorragend geschriebenen Buch „Grieskirchen – Kreisstadt in Oberdonau“ auch von der Geschichte der Männer seiner Familie. Sein Urgroßvater, der Weißgerber Johann Großruck, war von 1888 bis zu seinem Tod im Jahre 1902, Mitglied des „Sparkassa-Vereins Grieskirchen“. Den Statuten der Sparkasse entsprechend, ging diese Ehre 1907 an seinen Großvater Johann über, der bis zu seinem Ableben 1924, neben Dr. Peyrer, fünf Jahre lang als Direktions-Mitglied fungierte. 1929 folgt gemäß der Tradition sein Sohn, der vormalige Weißgerber und spätere Mediziner Dr. med. Johann Großruck als Vereinsmitglied nach. „Am 28. Mai 1942 wird er jedoch von Bürgermeister Peyrer mit Berufung auf die neuen Satzungen dieser Funktion enthoben und zwar mit der Begründung: Es „können nur solche Personen der Sparkasse als Mitglieder angehören, die ihren Wohnsitz innerhalb des Kreises Grieskirchen haben.“ Sein Sohn, der Historiker Johann Großruck weiß zu berichten: „Mein Vater ist 1903 in Grieskirchen geboren und hat hier natürlich seinen Hauptwohnsitz, ist jedoch auch in Wien ausbildungs- und berufsbedingt wohnhaft. Die Wohnsitz-Begründung scheint aber vorgeschoben zu sein, denn in Wahrheit dürften seine in Grieskirchen bekannte christlich-soziale Orientierung und seine Mitgliedschaft zur katholischen Hochschulverbindung „Kürnberg“ die Gründe für die „Erlöschung“ der Sparkassen-Funktion gewesen sein. Erst nach dem Ende des NS-Regimes lebt die Sparkassen-Mitgliedschaft meines Vaters wieder auf, der von 1946 bis zu seinem Tod im Jahre 1959 Vorsitzender des Verwaltungsausschusses dieses traditionsreichen heimischen Kreditinstitutes ist.“

Landrat Dr. Reiter


1940 wird in der „Übersicht der Bankenlandschaft des Gau Oberdonau“ noch Dr. Karl Feyrer als Staatskommissär der Sparkasse Grieskirchen aufgeführt. Schon kurz darauf übernimmt der Grieskirchner Landrat Dr. Georg Reiter dieses Amt, da Dr. Feyrer einen attraktiven Posten in Linz wahrnimmt. In der „Neuen Zeit“, dem Organ der Kommunistischen Partei Oberösterreichs findet sich in der Ausgabe vom 23. Oktober 1945 in einem Artikel Dr. Karl Feyrer „am Pranger“. Darin heißt es: „Dr. Karl Feyrer ist kein Nazimitläufer, das weiß jeder, der den Mann kennt. Er war Illegaler und Landrat in Grieskirchen. Anfang 1941 wurde dieser Illegale, offenbar in Anerkennung seiner Verdienste um das braune Regime, stellvertretender Geschäftsführer bei der Landesversicherungsanstalt in Linz. Das blieb er bis zum Zusammenbruch der Nazi-Herrschaft. Er blieb es sogar noch gute sechs Wochen länger. Aber schließlich ist er doch hinaus geflogen. Am 30. Juni 1945 ist Dr. Karl Feyrer mit der Begründung, dass er „alter Kämpfer“ war, entlassen worden. Man sollte meinen, dass damit die Angelegenheit erledigt wäre? Nein, das soll man nicht meinen. Der am 30. Juni 1945 entlassene alte Kämpfer ist nämlich seit 15. Oktober schon wieder in der Landesversicherungsanstalt drinnen! Und zwar keineswegs, wie es vielleicht verständlich wäre, um irgendwelche Aufräumungsarbeiten zu verrichten, sondern als wohlbestallter Abteilungsleiter.“


Dr. Georg Reiter, nationalsozialistischer Landrat von Grieskirchen, dessen Vater Johann Reiter einer der Gründungsväter der Sparkasse Grieskirchen ist, wird von einmarschierenden amerikanischen Truppen am 25. Juli 1945 verhaftet und in das Lager Glasenbach bei Salzburg gesteckt.


Rechtsanwalt und NS-Bürgermeister Dr. Peyrer


Ein weiter „Alter Kämpfer“ und Nazi der ersten Stunde ist Dr. Hermann Peyrer, Rechtsanwalt und Bürgermeister der Kreisstadt Grieskirchen, welcher seit 1919 erst als Direktionsvorsitzender und später als Vereins- und Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Grieskirchen treue Dienste leistet. Das Innviertler Heimatblatt berichtet, dass „nach Schaffung von Groß-Grieskirchen nun am 19. Dezember 1938 die Neugestaltung der Stadtgemeinde-Vertretung erfolgte. Bei derselben konnte Bürgermeister Rechtsanwalt Dr. Hermann Peyrer die, vom Beauftragten der NSDAP bestätigten, neuen Ratsherren begrüßen und zwar als Vizebürgermeister, den Molkerei-Inhaber und Sparkassenvereinsmitglied Franz Mittermaier und die Beigeordneten: Sparkassenbeamter Bruno Blumauer, Reichsbahnbeamter in Ruhestand Johann Neubauer und Friseumeister Ludwig Pintirsch, sowie die Ratsherren: Brauereiprokurist und einfaches Sparkassen-Vereinsmitglied Jakob Gangl, sowie Schneidermeister Ferdinand Kern. Gasthofbesitzer Franz Zweimüller, Baumeister Friedrich Reinhart, Kaufmann Karl Willinger, Schlossermeister Alois Pöttinger, Kraftwagenlenker Karl Lohner und das einfach Sparkassenvereinsmitglied, der Kaufmann Otto Doppelbauer.

Dr. Peyrer wird am 23. August 1945 von alliierten Truppen verhaftet und ebenfalls zur Entnazifizierung ins Camp Marcus W. Orr gesteckt.


Die Großkaufleute Doppelbauer und Seiberl


Als Direktionsvorsitzender-Stellvertreter steht Peyrer, der angesehene Grieskirchner Kaufmann und Kommerzialrat Karl Seiberl zur Seite, welcher bald auch als Vorstandsmitglied im Sparkassenverein sitzt. Mit dem Großkaufmann Otto Doppelbauer, wie bereits erwähnt Ratsherr und ein einfaches Vereinsmitglied der Sparkasse Grieskirchen, verbindet ihn geschäftliches: Er verkauft ihm sein Kaufhaus, welches seit dem 6. Oktober 1930 im Firmenregister nunmehr als “Karl Seiberl, Inh. Otto Doppelbauer“ geführt wird. Anlässlich der Hochzeit am 10.6.1930 vermerkt „Die Neue Warte am Inn“: „Das junge Paar übernimmt mit 1. Juli das große Kaufmannsgeschäft Seiberl in Grieskirchen Nr. 2, das durch die große Geschäftstüchtigkeit des Bräutigams Otto Doppelbauer einen großen Aufschwung genommen hat.“


Nach der Verhaftung des NSDAP Mitglieds Doppelbauers am 23. Mai 1945 und konsequente Einlieferung ins Entnazifizierungslager Glasenbach übernehmen die amerikanischen Verwaltungsbehörden interimsmäßig seine Firma und beenden die öffentliche Verwaltung erst am 7. Mai 1948 durch die Übergabe des Geschäfts an seine Frau Gabriele Doppelbauer.


Fred Duswald junior – ein Exkurs weit über den rechten Rand hinaus


So manchem aufgeweckten Leser, der sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und dem heutigen Rechtsextremismus in Österreich beschäftigt, mag der Name Duswald im Ohr schmerzen. Fred Duswald junior, Jahrgang 1934 ist in der rechtsextremen Szene kein Unbekannter. Seit 1962 ist er „Alter Herr“ der extrem rechten Münchner Burschenschaft Danubia. Von seinem Vater Fred erbt er die Duswald-Mühle in Neumarkt-Kallham, welche 1980 Ausgleich anmelden musste und war 1974 Bundeskassier und 1976 Bundeskassierstellvertreter der 1988 behördlich aufgelösten Nationaldemokratischen Partei (NDP) von Norbert Burger. 1979 schien er als Unterzeichner des Aufrufes für Generalamnestie für NS-Verbrechen in der „Deutschen National-Zeitung auf. Auch war Duswald Vorstandsmitglied des 1998 behördlich aufgelösten Vereins „Dichterstein Offenhausen“. Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) kennt ihn nur zu gut, ständig fiel er seit Jahrzehnten durch einschlägige Aussagen auf. Er verunglimpft den christlichen Widerstandskämpfer Franz Jägerstätter und beschimpft homosexuelle Opfer der Nationalsozialisten als „Sittenstrolche“ und „Sittlichkeitsverbrecher“. Unter Verwendung von Nazi-Zeitzeugen denunzierteDuswald ehemalige Mauthausen-Häftlinge als “Landplage” und wird 2011 über Österreich hinaus bekannt, weil er sich vehement gegen die Aufnahme eines chinesischstämmigen Studenten in eine Burschenschaft ausspricht. „Ein Asiat sei „kein Arier““, argumentiert er im erst 2018 eingestellten rechtsextremen Monatsmagazin „Aula“, welches sich als Sprachrohr der „national-freiheitlichen“ Studentenverbindungen Österreichs sieht und dessen Medieninhaber die der FPÖ nahestehende Arbeitsgemeinschaft Freiheitlicher Akademikerverbände Österreichs war. Duswald setzt sich nach eigenem Bekunden „für historische Wahrheit und gegen verlogenen Schuldkult und einseitige Vergangenheitsbewältigung zu Lasten des eigenen Volkes … und strafbewehrte Denkverbote“ ein. Ein Dorn im Auge ist Duswald die „Holocaust-Zivilreligion“. Mittels angeführter zweifelhafter Beweise leugnet er vehement die Existenz von Krematorien und unterstellt mehrfach Zeitzeugen, die davon berichten, nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Selbst das Schicksal von Anne Frank verharmlost Duswald dahingehend, dass er sie lediglich als das Opfer einer Typhus-Epidemie darstellt. Die FPÖ unter dem ehemaligen Klubobmann und Ex-Vizekanzler Strache schien solche Aussagen nicht zu stören. Duswald wurde noch nie für seine Aussagen gerichtlich belangt.


Kehren wir nach diesem Exkurs von den Söhnen mit rechtsextremen Gedankengut wieder zu ihren Vätern zurück. 1934, als Fred jun. das Licht der Welt in einer nationalsozialistisch eingestellten Familie erblickt, sitzt sein Vater aufgrund seiner Beteiligung am Juliputsch, gemeinsam mit tausenden Nationalsozialisten im Anlagehalter Wöllersdorf. Aufgrund seiner NSDAP- und SS-Mitgliedschaft verbringt Fred Duswald senior einige Wochen im Lager, in welchem ein frisch verheirateter Ernst Kaltenbrunner einen Hungerstreik organisiert, der in der Entlassung hunderter verhafteter Nazis erfolgreich endet. Wieder zurück im heimatlichen Kallham trifft Fred Duswald wieder auf seine Turnbrüdern Eybl und Wurm, man kommt zu feuchtfröhlichne Gesinnungstreffen zusammen, fährt gemeinsam auf Sommerfrische nach Bad Ischl und frönt der Turnleidenschaft, seitdem der Turnverein Neumarkt 1937 wieder zugelassen wurde und sich eines regen Turnbetriebs erfreut. Ein Auszug aus dem Bescheid des Bundesgerichtshof über die Auflösung und Wiederzulassung des Neumarkter Turnvereins gibt darüber Aufschluss:


„Am 18. Juni 1934 hatte die Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen an den Sicherheitsdirektor für OÖ den Antrag gestellt, den Turnverein in Neumarkt auszulösen, weil die Vereinsmitglieder nationalsozialistischer Gesinnung seien und es nicht von der Hand zu weisen sei, dass der Verein an den blutigen Vorfällen, die sich anlässlich einer vaterländischen Grenzkundgebung in Braunau am 17. Juni 1934, sowohl am Bahnhof als auch auf dem Marktplatz von Neumarkt abgespielt haben, mitschuldig ist. Damals meldete das Wiener Morgenblatt unter der Überschrift „Greift zur Selbsthilfe“: „Zu einer großen Grenzlandkundgebung in Braunau am Inn, in der Geburtsstadt Adolf Hitlers, versammelten sich heute trotz der intensiven Gegenpropaganda der Nationalsozialisten, viele tausend Menschen. Die Nationalsozialisten hatten Tausende von Flugzetteln verstreuen lassen, die einen Totenkopf mit zwei gekreuzten Totengebeinen trugen und darunter den Text: „Beschützet Euer Leben bei der Starhemberg-Kundgebung am 17. Juni und meidet den Kundgebungsplatz.“ Die „Neue Warte am Inn“ berichtet von einem „denkwürdigem Tag in der Geschichte Braunaus. Das Grenzlandtreffen am Sonntag war eine eindrucksvolle Kundgebung des eisernen Willens der vaterländisch gesinnten Bevölkerung und eine deutliche Antwort auf den schmachvollen Kampf, den das heutige Deutschland und die geflohenen Hochverräter im Verein mit den Nationalsozialisten in Österreich gegen unser schönes Vaterland führen. Der farbenprächtige Aufmarsch und die jubelnde Begeisterung hat so manchem die Augen geöffnet, um zu sehen, dass Österreichs Volk in seinen weitaus größten Mehrheit hinter der Regierung steht und dass die „Prahlhansreden“ eines Habicht, eines Frauenfeld, eines Bolek und Proksch usw. eitles Geschwätz sind. Unserer Nationalsozialisten müssen sich wohl oder übel damit abfinden, dass ihre Hoffnung, Österreich als preußische Kolonie sehen zu können, ein für allemal zu begraben ist.“ Trotz dieser gefährlichen Drohung verläuft die Kundgebung und „in voller Ruhe“. „Es war sehr auffallend, dass die radikalen Simbacher Nationalsozialisten und der Chef der „Grenzbeunruhiger“, d. i. der geflohene Kaindl Gustl, diesmal ganz von ihrer einjährigen Gepflogenheit, Böllergrüße oder Ballonbomben über den Inn herüberzusenden, Abstand genommen haben.“


Turnbrüder und Bierbrauer


Zurück zu der beantragten Auflösung des Turnvereins Neumarkt. Dort hatten die Gendarmerieerhebungen ergeben, „dass dem Verein eine parteipolitische Betätigung nicht nachgewiesen werden kann. Auch die Feststellung, dass fast alle Vereinsmitglieder der NSDAP angehört haben, ist aktenwidrig, da der Gendarmeriebericht von 44 ausübenden Mitgliedern nur 23 und von 34 unterstützenden Mitgliedern nur 6 als Nationalsozialisten bezeichnet. Die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens reichen nicht aus, daher ist der angefochtene Auslösungsbescheid aufzuheben. Der Turnverein Neumarkt wird daher wieder zugelassen.“
Nicht nur als Gründer und Turnbrüder des, seit 1905 bestehenden Turnvereins, sind Franz Eybl II als Obmann und Fred Duswald senior, als Turnwart, untereinander seit Generationen eng miteinander verbunden. Gemeinsam zeigen sie Interesse an einer weiteren traditionsverbundenen Neumarkter Institution: Der Brauerei. Anfang des 17. Jahrhunderts bestanden in Neumarkt zwei Brauereien, das Oberbräu und das Unterbräu. Die Neumarkter Bürgerfamilie Schließlberger gründete 1609 schließlich direkt am Neumarkter Marktplatz das „Mitterbräu“, dass in seinem Wappen einen Ritter führte. 1727 gelangte die Brauerei durch Heirat in den Besitz der Familie Göttner, welche die Geschicke der Brauerei bis ins Jahr 1860 lenkte. Während die übrigen Brauerei in Neumarkt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schließen mussten, konnte das Mitterbräu expandieren, wenngleich die Besitzverhältnisse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrfach wechselten. Als sich 1905 der damalige Besitzer der Neumarkter Brauerei, Johann Feiks, zur Auswanderung nach Amerika entschließt, scheint auch das Ende des Mitterbräu gekommen zu sein. Die vier Neumarkter August und Franz Duswald, Franz Eybl und Hermann Kislinger tun sich jedoch zusammen, retten den Betrieb und taufen die Braustätte in „Bürgerliche Brauerei Neumarkt“ um.

Grosskaufmann aus Neumarkt, Franz Eybl


Am 27.2.1934 stirbt Altbürgermeister Franz Eybl II., Direktionsmitglied der Sparkasse Grieskirchen, Vizepräsident der Lokalbahn Neumarkt-Weizenkirchen-Peuerbach, Gründer und Ehrenobmann des Turnverein Neumarkts uvm. mit noch jungen 67 Jahren. Unter großer Anteilnahme erweisen die Bürger von Neumarkt dem angesehenen Grosskaufmann die letzte Ehre. Sein Sohn Franz Eybl III. folgt ihm, den Statuten entsprechend, als neues Mitglied als Vorstandsmitglied im Verein der Sparkasse Grieskirchen nach und wird auch zum Obmann des Turnvereins gewählt, dem er bis 1945 vorsteht. Gemeinsam mit seinem Bruder Karl Eybl tritt er auch in der beim Volk beliebten „Bürgerlichen Brauerei“ die Nachfolge seines verstorbenen Vaters an. Nach dem auch von vielen Bier- und Turnbrüdern herbeigewünschten „Tag des Anschlusses an das Deutsche Reich“, übernimmt im Juli 1938 Fred Duswald von Fritz Reinthaller den Posten des NS-Bürgermeisters von Kallham, welchen er schon im Oktober an seinen Freund, den Lederfabrikanten und Mitglied des Sparkassenverein Grieskirchens, Gustav Wurm jun. weitergibt. Dessen Vater wiederum, Gustav Wurm d. Ä. wird als „Privater“ im Verwaltungsausschuss der Sparkasse Grieskirchen geführt. Die Mitgliederliste des Sparkassenverein Grieskirchen vom 31.12.1943 weist neben ihm auch den Großkaufmann Franz Eybl als Vorstandsmitglied, den Schlossermeister Ferdinand Raab und Gustav Wurm jun. als einfache Mitglieder aus Neumarkt aus.


Der Turnbetrieb des Neumarkter Turnvereins geht nur mehr bis 1944 weiter, da, obwohl der Turnplatz 1928 vom Verein rechtmässig erworben wurde, er in Folge der drohenden Vereinsauslösung 1934 noch vorher schnell verkauft worden war. Dies erfolgte im Juni 1933 an die drei „rechtschaffenen Turnbrüder Karl Eybl, Gustav Wurm und Karl Duswald. Nach 10 Jahren schenken die Turnbrüder den Turnplatz wieder dem Turnverein, was im Schenkungsvertrag vom 31.10.1944 notariell durchgeführt wird. 1944 wird der Turnbetrieb gänzlich eingestellt, 1945 der Turnverein Neumarkt aufgelöst.


Vater und Sohn Wurm


Gustav Wurm junior, bleibt bis 1945 Nazi Bürgermeister von Neumark und wird aufgrund der automatischen Arrestbestimmungen am 28. August von den Amerikanern verhaftet und gemeinsam mit seinem Bruder Walter, der Präsident der Gauwirtschaftskammer war, in das Entnazifizierungslager Marcus W. Orr in Glasenbach gebracht. Die Alliierten bescheinigen seinem Vater, Gustav Wurm d. Ä., kein Nazi gewesen zu sein.


Während Franz Eybl III. den Rang eines NSDAP Propagandaleiters bekleidete, war sein Bruder Karl einfaches Mitglied der NSDAP. Die Brüder Eybl werden nach der Befreiung Österreichs ebenfalls am 30.5.1945 verhaftet und ins Lager Glasenbach gebracht, wo sie auf zahlreiche festgenommene Mitglieder des Sparkassenverein Grieskirchen treffen: Reiter, Peyrer, Wurm, Doppelbauer, Matzinger, Mittermayr, Raab und Leitner sitzen dort zur „Entnazifizierung“ und „Läuterung“ ein. Die Brauerei der Neumarkter Freunde wird unter öffentliche Zwangsverwaltung gestellt. Monate später werden die drei Neumarkter Freunde, mehr oder weniger entnazifiziert und eines besseren belehrt, aus dem Lager entlassen und widmen sich ihren Unternehmen, welche Neumarkt bis in die 1980er Jahre wirtschaftlich so stark prägen, dass sogar ein Teil des Ortes, die sogenannte Wurmsiedlung, welche extra für die Arbeiterschaft der Lederfabrik Wurm errichtet worden war, den Namen des Gründers trägt.


NS-Bauernführer Alois Dornetshuber


Mit Ende des Jahres 1943 findet ein weiterer bekannter Name auf der Liste der Verwaltungsmitglieder der Sparkasse Grieskirchen. Neben Kommerzialrat Karl Seiberl und Großkaufmann Franz Eybl aus Neumarkt i. H, ist das dritte Vorstandsmitglied ein Schallerbacher, der einen kometenhaften Aufstieg im Gau Oberdonau hinter und einen spektakulären Sturz noch vor sich hat: Alois Dornetshuber


Schon als 15-jähriger tritt der, in Mauerkirchen geborene, in die Ortsgruppe Steyr der damaligen nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterjugend Österreichs ein, wird bereits mit 19 Jahren Obmann der HJ Linz und steigt in weiterer Folge ab 1929 zum Kreisführer der HJ Linz auf. Nur ein Jahr später wird er zum Gaujugendführer von Oberösterreich bestellt. Am 15. Mai 1928 tritt er als 20-jähriger der NSDAP bei und erhält die äußerst niedrige Mitgliedsnummer 83.498. 1932 gründet Dornetshuber die Ortsgruppe der NSDAP Bad Schallerbach, wird deren Ortsgruppenführer und behält diesen Posten ohne Unterbrechung bis zum April 1938. Gauleiter August Eigruber, mit dem ihm eine innige Freundschaft verbindet, überträgt ihm nach dem Umbruch im März 1938 die Funktion eines Kreiswahlleiters und macht ihn zum kommissarischer Kreisleiter der NSDAP Grieskirchen. Alois Dornetshuber ist ein fanatischer „Alter Kämpfer“ und glühender Anhänger des Hitler-Regimes, welches ihm am 16.6.1940 das goldene Ehrenzeichen der NSDAP verleiht. Er verhilft seiner Bad Schallerbacher Nachbarin Maria Schicho zur Stelle einer Gaufrauenschaftsleiterin.

1943 steigt Dornetshuber als Nachfolger von Ing. Reinthaller zum Landesbauernführer der selbständig gewordenen Landesbauernschaft Oberdonau auf und scheint im Verwaltungskörper der Sparkasse Grieskirchen als langjähriges Vorstandsmitglied in voller Titelglorie als „Oberbereichsleiter der NSDAP, Landesbauernführer von Oberdonau, Bad Schallerbach“ auf. Mit dem Hochmut kommt auch sein Fall, der für Dornetshuber erst mit dem Zusammenbruch des Nazi Regimes einsetzt. Die „Oberösterreichischen Nachrichten“ berichten am 24.8.1945: „Der frühere Landesbauernführer Alois Dornetshuber wurde gestern in der Nähe von Enns in den Donauauen tot aufgefunden. Wie aus einem bei ihm vorgefundenen Brief hervorgeht, hat er sich vor zehn Tagen vergiftet. Er hatte sich unter dem beigelegten Namen Huber bis dahin verborgen gehalten. Dornetshuber, gelernter Elektriker, hatte nach Aufhebung des Stiftes Kremsmünster den Pfarrhof Buchkirchen bei Wels erworben, um als „Bauer“ leichter Landesbauernführer sein zu können. Dornetshuber war einer der intimsten Freunde Eigrubers und diesem in Fanatismus und Brutalität wesensgleich. Auf ihrer gemeinsamen Flucht am 4. Mai 1945 rief Dornetshuber seine Gattin in Schallerbach telephonisch an und erklärte ihr: „Du weißt, was du jetzt zu tun hast!“ Tags darauf fand man sie mit ihren Kindern und ihrer Mutter vergiftet auf. Die zwei Frauen und zwei Kinder waren tot, zwei Kinder konnten gerettet werden.“


Der denunzierende Gerber


Als Verwaltungsausschuss-Vorsitzender der Sparkasse zählt auch der Gerbereibesitzer Friedrich Leeb zu den „ehrwürdigen Herren“ der Stadt Grieskirchen. Die „Amtliche Linzer Zeitung“ vom 8. November 1946 weiß mehr über den Gerbermeister zu berichten: „Das Landesgericht Linz als Volksgericht hat über die von der Staatsanwaltschaft Linz gegen Friedrich Leeb, geboren am 13.9.1906 in Kematen bei Wels, zuständig nach Grieskirchen wegen § 7 KVG und §58 StG, in der Fassung der §§10 und 11 Verbotsgesetz am 6.9.1946 Anklage erhoben.“ Der Richterspruch besagte, dass der Angeklagte Friedrich Leeb schuldig ist, er habe in Grieskirchen— Punkt 1: In der Zeit zwischen dem 1.7.1933 und dem 13.3.1938 der NSDAP und einer ihrer Wehrverbände, nämlich der SA angehört und sei als Illegaler in der SA als Sturmführer tätig gewesen. Er habe eine Handlung aus besonders verwerflicher Gesinnung, nämlich die unter Punkt 2 bezeichnete Denunziation begangen und sei Träger der Ostmarkmedaille, sowie der zehnjährigen Dienstauszeichnung gewesen. Punkt 2: Zur Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Ausnützung der durch die geschaffenen Lage zur Unterstützung dieser Gewaltherrschaft die Anna R. durch Denunziation bewusst geschädigt. Er habe hierdurch, und zwar zu Punk 1 das Verbrechen des Hochverrats und zu Punkt 2 das Verbrechen der Denunziation begangen und wird zu 2 Jahren schweren Kerker verschärft durch ein hartes Lager vierteljährlich, zur Zahlung von 300 S als Entschädigungsansprüche und gemäß § 389 zum Ersatze der Kosten des Strafverfahrens und Vollzuges verurteilt.“


Nach dem Krieg kauft die Sparkasse Grieskirchen dem „denunzierenden Gerber“ das Grundstück mit der heutigen Adresse Rossmarkt 35 ab. Ursprünglich war auf der Roßmarktseite ein Kaffeehaus, während das Gebäude an der Trattnach-Seite die Werkstätten der Rotgerberei Leeb beherbergte. Dort errichtete das ehrwürdige Sparkasseninstitut auf dem Gelände der alten Gerberei Leeb 1964 ihr neuerbautes Gebäude in dem sie auch heute noch beheimatet ist.


Viehhändler Martin Matzinger


Martin Matzinger, Viehhändler in Grieskirchen, seit 1929 Mitglied der „Großdeutschen Partei“, sitzt 1943 neben dem Fleischermeister Hans Higelsberger, dem Kaufmann Ing. Felix Mairinger, Oberlehrer Alfons Zehetmayr und dem bereits erwähnten Gustav Wurm d. Ä. im Verwaltungsausschuss der Sparkasse Grieskirchen. Sein Sohn, Josef Matzinger, ist Rechtsanwaltspraktikant und SS-Mann und wird im Mai 1945 in Haft genommen. Auch der Sohn des Vereinsmitglieds der Sparkasse, Oberlehrer i. R. Josef Berger, wird am 18.6.1945 als Kreisamtsleiter des RLB von alliierten Truppen gefangengenommen.


Stadtarzt Dr. Julius Leitner


Dr. Julius Leitner ist nach dem Ausschluss jüdischer Ärzte Stadtarzt in Grieskirchen und 1943 einfaches Sparkassen Vereinsmitglied. Er wurde am 7.2.1896 in Komorn geboren und ist seit dem 29.1.1927 als Zahnarzt in Grieskirchen tätig, wurde am 18.5.1945 verhaftet und ins Lager Glasenbach gesteckt.


Ortsgruppenleiter und Schlossermeister Raab


Mit Ferdinand Raab findet sich ein Schlossermeister aus Neumarkt auf der Liste der Vereinsmitglieder der Sparkasse Grieskirchen. Der Sohn des schon früh, im 48. Lebensjahr verstorbenen Bürgermeisters, turnt mit Turnbruder Wurm und Eybl im „Deutschen Turnverein Neumarkt“, wird unter den Nazis zum Ortsgruppenleiter der NSDAP ernannt und folgt am 7. Dezember 1945 den, bereits seit Monaten im Lager Glasenbach schmorenden Kollegen der Sparkasse, nach.


Kriegsverbrecher SS-Obergruppenführer Ernst Kaltenbrunner


Wenden wir uns zum Abschluss dieser detaillierten Betrachtung der Geschichte der Sparkasse Grieskirchen und biographischen Notizen zu einzelnen Sparkassenmitglieder nun einem einfachen Mitglied des Grieskirchner Sparkassenvereins zu, dessen Name in die Geschichtsbücher einging und als ein Synonym des Holocausts, der barbarischen Vernichtung Millonen unschuldiger Menschen, steht: Dr. Ernst Kaltenbrunner.


Als Chef des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) ist er Herr über Leben und Tod. Befehle zur Ermordung von Kriegsgefangenen oder zur Zuführung einer „Sonderbehandlung“, dem Abschlachten Unschuldiger, tragen seine Unterschrift; unter seiner Aufsicht und in seiner Verantwortung stehen die Konzentrationslager des Reiches. Alfred Eichmann, den er schon von seiner Schulzeit am Realgymnasium in Linz kennt und dessen Väter gut miteinander befreundet gewesen waren, trifft er im April 1932 anlässlich einer Massenveranstaltung der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“ im Münchner Märzenkeller wieder und überredet ihn zuerst in die NSDAP und später in die SS einzutreten. Ein paar Jahre später holt Kaltenbrunner sich seinen Schützling ins RSHA, behandelt ihn gönnerhaft, weil er sich ihm geistig, körperlich und gesellschaftlich überlegen fühlt. Da Eichmann jedoch kritiklos Befehlen gehorcht, ohne auch nur nachzufragen, wird er schnell Leiter des „Judenreferats IV-B-4“, ein unbarmherziger Vernichtungsbeamter, der die von Kaltenbrunner unterschriebenen Deportationsbefehle für die besetzten Gebiete mit so großer Effizient und Präzision ausführt und Vernichtungszüge in die Konzentrationslager perfekt organisiert, dass ihm dies den Namen „Fahrdienstleiter des Todes“ einbringt.


Aufstieg und Fall


Zeit seines Lebens vergisst der, in Ried im Innkreis geborene, Ernst Kaltenbrunner niemals seine heimatlichen Wurzeln und pflegt selbst zu einer Zeit, als er schon längst in den Olymp der SS-Hierarchie aufgestiegen war und im fernen Berlin wohnt, die auf seinen Großvater, den Rechtsanwalt Dr. Karl Kaltenbrunner, zurückgehenden persönlichen Kontakte zu angesehenen Grieskirchnern und nachmaligen NSDAP-Repräsentanten der Stadt. Am 16. August 1940 berichtet das „Welser Heimatblatt“ über die „einflußreiche Persönlichkeit des Höheren SS-Führers, SS-Gruppenführers Dr. Kaltenbrunner“, der „die Mitgliedschaft bei der Sparkasse als ein Nachfahre der verdienstvollen Gründer“ übernommen hat. Man spart nicht mit lobenden Worten: „Ein sinnfälliger Ausdruck der traditionellen Verbundenheit“ des Instituts „mit den Familien ihrer Gründer“ und rühmt „das lebhafte Interesse, das Dr. Kaltenbrunner durch seine wertvolle Mitarbeit“ bekunde. Am 31.12.1943 scheint Dr. Ernst Kaltenbrunner als „SS-Obergruppenführer, Chef der Sicherheitspolizei und des SD, Berlin“ auf der Liste der Mitglieder des Sparkassenvereins Grieskirchen auf. Für den zwischen Linz, Berlin und Wien wohnhaften prominenten Nazibonzen haben die „neuen Satzungen“ des Reichsstatthalters von Oberdonau, welche besagen, dass ein Vereinsmitglied seinen Wohnsitz im Kreis Grieskirchen haben muss, keine Relevanz. Seitens der Sparkasse Grieskirchen schmückt man sich mit dem Namen eines hochrangigen Vertreter des NS-Systems, der nach dem Stauffenberg Attentat vom 20. Juli 1944 einen direkten persönlichen Kontakt zu Hitler besitzt.


Doch nicht mehr allzu lange sollte es mehr dauern, bis das Monstrum der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in sich zusammenstürzt und sich Hitler am 30. April 1945 im Führerbunker in Berlin mit einer Kugel aus seiner Verantwortung stiehlt. Drei Tage zuvor, am 27. April erteilt Kaltenbrunner noch dem Kommandanten des KZ Mauthausen Ziereis den Befehl, täglich mindestens eintausend Gefangene in Mauthausen umzubringen und flieht, nach einem Kurzbesuch in Eferding, am 1. Mai 1945 in die „Alpenfestung“ nach Altsaussee. In einer Hütte auf der Blaa-Alm findet am 5. Mai sein früherer guter Freund aus besseren Linzer Tagen und Untergebener, Adolf Eichmann, Kaltenbrunner, mit Schihose und Schischuhen bekleidet, cognactrinkend beim Solitaire Spiel. Kaltenbrunner, der vorgezogen hätte, Eichmanns Gesellschaft zu vermeiden, erklärt ihm, dass er für ihn, sowie vermutlich für sich selbst „keine Chance mehr“ sehe. Er schickt ihn mit den Worten: „Es ist alles eine Menge Mist. Das Spiel ist aus!“ und dem sinnlosen Befehl zur Aufstellung einer „Wehrwolf“-Einheit wieder weg. Er selbst lässt sich und drei SS-Offiziere, unter ihnen sein Adjutant SS-Obersturmbannführer Arthur Scheidler, von den beiden Jägern Fritz Moser und Sebastian Raudaschl zur Wildensee-Hütte ins Toten Gebirge führen, wo er am 12. Mai von Angehörigen der US-Armee unter der Leitung von Robert E. Matteson verhaftet wird. Neben falschen Papieren, welche ihn als Wehrmachtsarzt Josef Unterwogen ausweisen, französischem Champagner, Schokolade-Bonbonnieren und einer großen Menge an gefälschten amerikanischen und britischen Banknoten, finden die Amerikaner in der Aschenlade der Holzheizung den Rest seines Ausweises und die Erkennungsmarke Kaltenbrunners. Sein grausames Spiel ist nun endgültig aus und vorbei.


Nach seiner Verhaftung und einem ersten Verhör in London wird Kaltenbrunner gestattet, einen Brief an seine Frau zu schreiben. Wohlwissend, dass der Inhalt mitgelesen wird, klagt er in apologetisch-weinerlichem Tonfall darüber, dass er sich nicht nur seiner Freiheit beraubt sieht, sondern auch, bis auf den Wert seiner kleinen Briefmarkensammlung, vollkommen mittellos sei.


Ein paar Monate später findet er sich in der Gesellschaft von 22 Kriegsverbrechern, darunter Bestien wie Hermann Göring, dem „Schlächter von Polen“ Hans Frank, dem Judenhasser Streicher und anderen hochrangigen Nazis auf der Anklagebank in Nürnberg, wo ihm barbarische Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen werden. Von Reue keine Spur und Verantwortung für das Leid und den Tod von Millionen Opfern lehnt er kategorisch ab! Nichts habe er über das Dahinsiechen und Sterben in den Konzentrationslagern gewusst, die auch nicht in seinen Verantwortungsbereich fielen, argumentiert er. Befehle über die „Sonderbehandlung“ jüdischer Menschen oder von Kriegsgefangenen habe er niemals unterzeichnet. Selbst als ihm die Anklagevertretung hunderte von persönlich unterschriebenen Dokumenten und Befehlen vorlegt, leugnet er hartnäckig, diese unterzeichnet zu haben. „Der Mann ohne Unterschrift“ wird wegen seiner feigen und menschenverachtenden Lügen sogar von seinen Mitangeklagten abgrundtief verachtet. Für ihn ist alles im Grunde genommen nur mehr ein Spiel, dass es bestmöglich zu spielen gilt und von welchem er weiß, dass er es am Ende verlieren wird. In den langen Tagen und Nächten, in denen er auf seine Hinrichtung wartet, fängt er im Geheimen an, einen Brief an seine Kinder zu schreiben, der mehr als nur Abschiedsworte an seine Familie enthält. Den eigenen Tod vor Augen flieht er in die Traumbilder eines deutschrassigen Idealbildes aus Kindertagen, schreibt 40 Seiten lang völkisch-national verklärte Erinnerungen an die Zeit seines Heranwachsen in der oberösterreichischen Heimat, einer bäuerlichen, perfekten Welt zwischen Grieskirchen, Raab und Eferding. Dieser, in einem BH einer Besucherin aus dem Nürnberger Gefängnis geschmuggelte Brief, ist sein Vermächtnis für die Nachwelt, in der Kaltenbrunner den Geist seiner heimatliebenden, seiner deutschen Weltanschauung ein letztes Mal beschwört, um ihn für die kommenden und, so hofft er, deutsch-identitären Generationen zu bewahren.
Seinem Sohn rät sein Vater, „unsere oberösterreichische Mundart“ zu lernen, weil diese sich wie „keine andere deutsche Mundart so rein erhalten hat“ – rein, wie die autochthonen Sprachgebraucher ihren „Stamm“ sehen. Seine „heimatlichen Zwiegesänge“ mit dem „aus Peuerbach“ stammenden Wirt des Bierlokals seiner Studentenverbindung „Arminia“ behält er selbst in seinem Todesjahr als „Höhepunkt“ im Gedächtnis.


Traditionelle Verbunden mit der Sparkasse Grieskirchen


Seitenlang beschwört er die traditionelle Verbundenheit seiner Familie mit der geliebten oberösterreichischen Heimat und schreibt: „Mein Großvater war der Rechtsanwalt Dr. Karl Kaltenbrunner in Grieskirchen, bekannt durch die Gründung der ersten großen bürgerlich-bäuerlichen Sparkasse in dieser Landstadt Oberösterreichs… [Er] kam als Rechtsanwalt im Jahre 1868 nach Eferding, war dort öfters, insgesamt mehr als 20 Jahre Bürgermeister dieser alten, mir immer so lieben Stadt. Er wurde 1830 in Enns geboren und starb im Mai 1910 in Eferding.“ Seinem Sohn schildert er sein Anrecht auf einen Sitz in der örtlichen Sparkasse: „Dein Urgroßvater begann seine Rechtsanwaltslaufbahn in Grieskirchen, wo er mit anderen Bürgern die dortige Sparkasse gründete, ein angesehenes, vorbildliches Institut des bäuerlichen Oberösterreichs. Die Statuten bestimmen, dass jeweils der Erstgeborene männliche Nachkomme der Gründungsmitglieder zum Vorstand der Sparkasse gehöre, weshalb mein Vater und ich später oft zu den Sitzungen nach Grieskirchen fuhren. Es bot sich dabei immer ein Einblick ins gesunde volkswirtschaftliche Leben, ein Berufszweig, der mir immer näher stand als der Juristische. Du hättest ein Anrecht, diese Funktion nach mir anzutreten, erst recht, wenn Du ein Bauer dieser Gegend geworden wärst. Mir tat es leid, dass Krieg und schwere Aufgaben mich davon abhielten, diese Heimatwurzel mehr zu pflegen.“


Wer aber vermeint, dass die Beziehung Ernst Kaltenbrunners mit der Sparkasse Grieskirchen zwischen 1940 und 1945 sich auf eine bloß repräsentative beschränkt, in dem Sinn, dass sich ein kleines, traditionsbewusstes ländliches Institut mit einem bedeutenden Namen aus den Sphären der NS-Prominenz schmücken will, irrt und verkennt die Qualität der, über Generationen gewachsenen Verbindungen zwischen Kaltenbrunner und einigen Grieskirchner Honoratioren. So trägt er seinem Sohn auf: „Grüße die Herren von mir, namentlich den Rechtsanwalt Dr. Peyrer, der schon mit meinem Vater befreundet war“.


Nicht nur seitens seines Großvaters und des 1875 in Grieskirchen geborenen Vaters, Dr. jur Hugo Kaltenbrunner, ist er mit der ehrwürdigen Institution der Sparkasse verbunden. In seinem Abschiedsbrief erinnert er sich, dass seine Großmutter „Frau Marie Kaltenbrunner, eine geb. Augustin [seines] Wissens eine geborene Rosenauer gewesen [ist], sodass solcher Art mit den angesehenen Linzer Bürger und Kaufmannsleuten Rosenauer blutsverwandt sind. Diese Rosenauer haben als alte Eisenhändler und Schiffersleute Handels- und wahrscheinlich auch Familienbeziehungen zur Sensenschmiedefamilie Zeitlinger gehabt. Die Zeitlinger sind durch Heirat in den Besitz der Kaltenbrunner-Schmiede in Micheldorf an der Krems gekommen, woher wir Kaltenbrunner alle abstammen.“ In der Festschrift der Sparkasse Linz, welches dieses Jahr ihr 170-jähriges Jubiläum feiert, wird über den Sensenfabrikanten und Industriepionier Caspar Zeitlinger berichtet: „Eine Gruppe der Gründungsmitglieder wurde später als die „Fugger von Linz“ bezeichnet, angelehnt an den Namen des höchst erfolgreichen schwäbischen Kaufmannsgeschlechts. Dazu zählte man Josef Dierzer von Traunthal, Anton Georg Pummerer, Ignaz Mayer, Franz Honauer, Johann Grillmayr, Caspar Zeitlinger sowie Ignaz Karl Figuly. Letzterer war der erste „Sekretär“ der Handels- und Gewerbekammer und als Einziger der illustren Schar kein Gründungsmitglied der Sparkasse.

Pandeutsch
Deutschvölkisch
Nationalsozialistisch


Dem aufmerksamen Leser, welcher den langwierigen Ausführungen der Verbundenheit ausgewählter Honoratioren des Landls mit den historischen, alt-österreichischen Wurzeln des Nationalsozialismus, bis hierher gefolgt ist, wird die Ähnlichkeit der „pandeutschen“, „deutschvölkischen“ und später „nationalsozialistischen“ Denkweise am Anschauungsbeispiel einiger Mitglieder des Sparkassenvereins Grieskirchen ins Auge springen. Das in Burschenschaften, Turn- und Verschönerungsvereinen oder Südmark-Ortsgruppen und Deutschen Schulvereinen gepflegte „verschwommene, völkisch-deutschnationale, arisch-rassentümelnde, antimarxistische, […] autoritäre und xenophobe Gedankengut, aus dessen Dunstkreis sich die nationalsozialistischen Vorläufer vom Schlage Schönerers und Karl Luegers erhoben“ hatten, wurde in den meisten Fällen vom Vater auf den Sohn weitergegeben. So verbindet die honorigen „deutschen“ Herren unserer Heimat ein „völkischer Nationalismus“, der um die Jahrhundertwende „den fruchtbarsten Boden in den […] Ländern“ fand, „in welchen sich das Zu-kurz-gekommen-sein in der neuen territorialen Expansion mit dem Unvermögen zum Nationalstaat verband, also [auch] in Österreich-Ungarn.[…] schrankenloses Schwärmen für „Volksgemeinschaften“ ist keine Erfindung oder originelle Neuschöpfung des Nationalsozialismus. Das antislawische, antisemitische und alldeutsche „ideologische Fundament“ eines Ernst Kaltenbrunner war früh und wohl zu einem wesentlichen Teil in der oberösterreichischen Provinz gelegt worden. Um das politische Denken und die Gesinnung eines nationalsozialistischen Extremisten eines Ernst Kaltenbrunners auch nur annähernd und doch nur unvollständig verstehen zu können, darf die biographische Bedeutung und lebenslange Wirkung dieses „völkischen Nationalismus“ und die „österreichische Spielart pangermanistischer “Prägung durch sein Elternhaus nicht unterschätzt werden. Als am 5. September 1938 Ernst Kaltenbrunners Vater im Alter von 63 Jahren verstirbt, wird er in gleichgeschalteten Zeitungen als „eine sehr bekannte und geachtete Persönlichkeit“ geehrt, „welche bei der Verfolgung seines Sohnes in der Systemzeit viel mitzuleiden gehabt hatte“ und mit dessen Ableben „ein unbeugsamer nationaler Vorkämpfer aus dem Leben geschieden ist.“


Eine „geldwerte Verbindung“


Doch zurück zu seinem Sohn, dem jur. Dr. Ernst Kaltenbrunner, der auf den freigewordenen Sparkassen-Vereinsmitglied Sessel aufrückt und nicht nur eine vereinsmäßige Beziehung zur Sparkasse Grieskirchen pflegt, sondern über dies hinaus, auch eine „geldwertige“ Verbindung zu dem traditionsverhafteten Institut pflegt. Obwohl er in seinen „Memoiren“ beteuert „seine Stellung niemals zu materiellem Vorteil missbraucht“ zu haben, verbanden ihn „kurz vor und nach dem Ende des III. Reiches immerhin 68.753,99 Reichsmark mit der Stadt Grieskirchen, oder, um genau zu sein, der dortigen Sparkasse.“


Der Schlüßlberger Mag. Martin Demelmair recherchierte die Fakten dazu ausführlich und schreibt: „Der erst wenige Monate zuvor von der Militärregierung ernannte Bezirkshauptmann Dr. Hofer hatte im August 1945 als Staatskommissär an einer Sitzung der Sparkasse Grieskirchen teilgenommen und dabei zu seinem Erstaunen und Entsetzen feststellen müssen, dass „der Günstling Heinrich Himmlers“ und „Edelgermane der Ostmark“ auf einem Konto den Betrag von „RM 68.753,99 liegen hatte – bis zu diesem Zeitpunkt noch dazu mit dem Vorzugszinssatz von „3 ½ statt […] 2 ½ %“. Der CIC mochte Kaltenbrunner schon im Mai 1945 als mutmaßlichen Kriegsverbrecher bei Bad Aussee festgenommen haben, in Grieskirchen sollte es aber noch beinahe bis in den Herbst dauern und des entschiedenen Einschreitens eines antinazistischen Bezirkshauptmanns bedürfen, bis endlich „die Sperre dieses Kontos vorgenommen und die Abbuchung der zuviel bezogenen Zinsen veranlasst“ wurde. Mit den von Ernst Kaltenbrunner in (Ober-)Österreich hinterlassenen Vermögenswerten hatten sich Justiz und Verwaltung in (Ober-)Österreich jedenfalls noch einige Jahre zu beschäftigen. Die Welser Zeitung meldet Ende 1948: „Das Landesgericht Wien verlautbarte jetzt die Beschlagnahme des Vermögens des Dr. Ernst Kaltenbrunner, der bekanntlich eine der führenden SS-Persönlichkeiten war und im großen Nürnberger Prozeß zum Tode verurteilt und dort auch hingerichtet worden war. Auf Kaltenbrunners Schuldkonto ist so u.a. auch die gleich beim Umbruch im Jahr 1938 erfolgte Ermordung des damaligen Linzer Polizeidirektors zu setzen. Mit der Durchführung der Vermögensbeschlagnahme wurde die Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen betraut.“


Die EFKO in Eferding


Neben dem oben erwähnten Betrag soll Kaltenbrunner auch bei der mittlerweile dunkelbraun umgefärbten „Bast in Eferding“ eine „Einlage von RM 50.000,-“ besessen haben. Eine Aufstellung der Verbindlichkeiten der, heute besser unter dem Namen EFKO bekannten, Vertriebsgenossenschaft weist noch 1950 den langfristigen Schuldposten „Dr. Ernst Kaltenbrunner“ mit einer Verbindlichkeit über 56.375 Schilling auf.


In seinen „Memoiren“, dem Abschiedsbrief an seine Kinder, schreibt er über einen Grundbesitz in Eferding und erinnert sich an seinen Freund, den NS-Bürgermeister und Vorsitzenden des Sparkassenausschusses Eferding, Hugo von Wanivenhausen. „Der Acker war seit vielen Jahren an einen Kleinbauern, dessen Gütl an der Straße nach Brandstatt linker Hand liegt, verpachtet. Den Pachtzins hat er auf ein Sparbuch in Eferding einzuzahlen gehabt, das nähere wüsste der ehemalige Bürgermeister aus Eferding, Hugo v. Wanivenhaus, der für mich alles besorgte. Meiner Schätzung nach müssten dort heute an die 2500 RM liegen. Wahrscheinlich sind auch sie ein Opfer der Verfolgung geworden.“


Der Schatz des Ernst Kaltenbrunner


Viel wurde über den, ins mythenhafte überzeichnete und des angeblich auf den Grund des „Mülleimer des Dritten Reiches“, des Toplitzsees, versenkten „Kaltenbrunner-Schatz“ geschrieben, gefunden wurde von dem „Fluchtgeld“ und dem Gold, das er sich auf die Seite geschafft hatte, freilich nur wenig. Neben seiner, von Dr. Hofer entdeckten Einlage auf der Sparkasse Grieskirchen, welche dieser als eine „ungeheure“ Bereicherung bezeichnete, stießen amerikanische Truppen im Salatbeet der, vom letzen Kommandanten der geflüchteten SS-SD Ernst Kaltenbrunner, am Weihnachtstag 1944 angemieteten „Villa Kerry“ in Aussee auf ein paar Kisten. Diese enthielten 76 kg Gold, 10.000 Goldstücke, 15.000 Dollar und 8.000 Schweizer Franken. Im Jahr 1948 findet der Jäger Herbert Köberl unter dem Fußboden der Wildenseehütte 200.000 Reichsmark. Ein urlaubender Taucher entdeckt im September 2001 im Schlamm des Altausseer Sees das Dienstsiegel Kaltenbrunners. Während der Rest von Kaltenbrunners legendären Schatz für immer verschwunden blieb, erfreuten sich einige Altausseer eines plötzlichen, scheinbar unerklärbaren Reichtums. Man schweigt sich bis heute in gegenseitigem Einvernehmen darüber aus. Ernst Kaltenbrunner wird am 16. Oktober 1945 in der Turnhalle des Justizpalastes Nürnberg gehängt.

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